Der Wildpark Roggenhausen ist und bleibt ein beliebtes Ausflugs- und Naherholungsziel für die Stadt und Region. Seit 1911 gehört zum Inventar im «Täli» eine Waldschenke, «ein wesentlicher Teil des Betriebs, es gäbe wohl den einen kaum ohne den andern», hält der Stadtrat fest. Doch der Gastronomiebereich entspricht nicht mehr den heutigen Abläufen und Standards.

Deshalb will die Eigentümerin, die Ortsbürgergemeinde Aarau, eine «Machbarkeitsstudie» für den künftigen Restaurantbetrieb. Zu diesem Zwecke stellt der Stadtrat der Winter-Gmeind vom 20. November den Antrag, einen Projektierungskredit von 94'000 Franken zu bewilligen.

Lebensdauer teils überschritten

Der letzte grosse Umbau der Waldschenke geht auf das Jahr 1978 zurück. Seither hat man zwar immer wieder in die Infrastruktur investiert, allerdings nur zur Behebung dringendster Mängel und baulicher Schäden, die nach vierzig Jahren gehäuft aufgetreten sind. «Die erwartete Lebensdauer ist damit zum Grossteil erreicht oder schon überschritten», hält der Stadtrat in seiner Botschaft an die Stimmberechtigten fest.

Das gilt namentlich auch für den Kioskbereich auf der nördlichen Seite, für den 2009 zwar ein Baukredit gesprochen, die Realisierung aber zurückgestellt wurde. Nun ist nach Meinung der Behörde die Zeit reif für eine «ganzheitliche Betrachtung» möglicher Investitionen in das Haus und in den Restaurantbetrieb.

Die nun vorgeschlagene «Zustandsaufnahme» und «Machbarkeitsstudie» soll aufzeigen, «welche Sanierungsarbeiten in den nächsten Jahren am Gebäude fällig werden». Betroffen ist vorab der Restaurantbetrieb mit Küche, Lagerräumen und der Erschliessung, die sanitären Anlagen sowie der Aussenraum mit dem Kiosk.

Nicht tangiert sind hingegen die Räume im südlichen Teil der Liegenschaft, die von den Mitarbeitern des Wildparks genutzt werden. Die Studie soll sowohl den Zeitbedarf als auch den finanziellen Aufwand ermitteln.

«Die daraus resultierenden Massnahmen», so der Stadtrat, «müssen mindestens teilweise als Leistungen der Ortsbürgergemeinde Aarau an die Öffentlichkeit gesehen werden». Die Investition lasse sich demnach «nicht nach rein wirtschaftlichen oder kaufmännischen Kriterien beurteilen». Dass das Roggenhausen für die Ortsbürger eine langjährige Herzensangelegenheit ist, zeigt der unverändert enthaltene Betriebsbeitrag von 220'000 Franken im Budget 2018 zugunsten des Wildpark-Trägervereins.

Kiosk und Restaurant bleiben

Immerhin beruhigend ist das Versprechen, dass auch künftig im Kernbereich des Wildparks «ein klassisches Restaurant mit einem kulinarischen Angebot à la carte und ein Kioskbereich» zur Verfügung stehen werden. Stimmt die Gemeindeversammlung der Ortsbürger dem Kredit über 94'000 Franken zu, so kann die beantragte Auslegeordnung im kommenden Jahr vom Januar bis in den Sommer hinein durchgeführt werden. Erst dann wird es möglich sein, allfällige bauliche Etappierungen festzulegen und die notwendigen Mittel in die Finanzplanung aufzunehmen, wohl frühestens ab 2019.