Suhr
Das Projekt Wohnen im Alter von «LEBENsuhr» ist auf Kurs

Das Wohnbauprojekt von LEBENsuhr ist auf Kurs. Der Gemeinderat hat den Gestaltungsplan gutgeheissen. Die 56 Wohnungen umfassende Altersiedlung zwischen Mühlematt- und Chilemattweg soll bis Ende 2014 fertig sein.

Hubert Keller
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Modell LEBENsuhr Siegerprojekt Architekturbüro aus Wettingen Fugazza Steinmann Partner

Modell LEBENsuhr Siegerprojekt Architekturbüro aus Wettingen Fugazza Steinmann Partner

kus

Gemeinderat Marco Genoni überbrachte der im Saal des Altersheims Steinfeld versammelten Genossenschaft «LEBENsuhr» eine gute Nachricht: Am Abend zuvor hatte der Gemeinderat den Gestaltungsplan abgesegnet, sodass Präsident Wabo Weber zufrieden feststellen durfte: «Wir sind gut im Zeitplan.» Ziel ist, die 56 Wohnungen in der zwischen Mühlematt- und Chilemattweg geplanten Alterssiedlung bis Ende 2014, Anfang 2015 fertigzustellen.

In Suhr mangelt es an alters- und bedürfnisgerechtem Wohnraum. Dies hatten die Arbeitsgruppen rund um das Netzwerk 50+ festgestellt. Um das Manko wettzumachen, ist am 4. November 2011 die Genossenschaft LEBENsuhr gegründet worden. Auf gemeinnütziger, genossenschaftlicher Basissollen Wohnungen erstellt werden, die den Bedürfnissen in allen Lebenslagen gerecht werden, verbunden mit Dienstleistungen, die ein selbstständiges Wohnen ermöglichen.

26 Miet- und 30 Eigentumswohnungen

Das Architekturbüro Fugazza Steinmann Partner AG aus Wettingen entschied den Projektwettbewerb für sich und hat Pläne ausgearbeitet, die einen Eindruck von der künftigen Siedlung geben. Geplant sind 26 Mietwohnungen und 30 Eigentumswohnungen.

«Es ist eine kommunikative Architektur», erklärt Walter Widmer, Vizepräsident und ehemaliger Arzt in Suhr. «Es hat Räume, die zur Begegnung einladen. Das Treppenhaus ist attraktiv und hell, es ermöglicht Kontakte und hält die Bewohner vielleicht vom Lift ab, der ja der Fitness nicht unbedingt förderlich ist.» Die Ansprüche und Bedürfnisse im Alter seien sehr vielfältig, sagt Widmer, entsprechend vielfältig seien die Wohnformen, die angeboten würden. Die Wohnungen sollen die Individualität der Bewohnerinnen und Bewohner unterstützen, Öffnung und Rückzug ermöglichen.

Bis zum Genossenschaftsanlass im August, als die interessierte Bevölkerung in ein Zelt auf dem künftigen Bauareal eingeladen worden war, waren 69 Anteilscheine von 5000 Franken gezeichnet worden. Inzwischen ist nur ein Genossenschafter dazugekommen. Doch der Vorstand lässt sich dadurch nicht beirren. Präsident Weber: «Wir sind zuversichtlich, die Zahl von 200 Genossenschaftern zu erreichen.»

Rechnet es sich auch?

Dass der Vorstand es schafft, daran zweifeln die gut 70 Gäste des Informationsabends im Steinfeld, nachdem sie das Plädoyer von Walter Widmer gehört haben, wohl auch nicht mehr: «Eine Wohnbaugenossenschaft ermöglicht Selbsthilfe und Mithilfe, Selbstbestimmung und Mitbestimmung», sagte er. Der Mensch, nicht die Rendite, stünde im Vordergrund. «Die Genossenschaft entzieht die Liegenschaften der Spekulation.»

Rechnet es sich aber auch? Diese Frage beantwortete Boris Kathe, der auch für andere Baugenossenschaften die finanziellen Belange regelt. Kathe ist überzeugt, dass LEBENsuhr «vernünftige Wohnungen zu vernünftigen Preisen anbieten wird und die Genossenschaftsanteile sowie die Eigentumswohnungen gut angelegtes Geld sind». Bis Mitte Dezember werden genauere Zahlen vorliegen, sodass der Gwunder der Genossenschafter nach Preisen und Mieten bald gestillt werden kann.