Buchs
Das Projekt Alterszentrum Suhrhard ist ausserordentlich und kostspielig

Die endgültigen Kosten der Sanierung und Erweiterung stehen nach wie vor nicht fest. Jetzt aber beantragt der Buchser Gemeinderat beim Einwohnerrat 5,1 Millionen Franken als Investitionskostenanteil am Alterszentrum.

Hubert Keller
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Das Alterszentrum Suhrhard ist sanierungsbedürftig.

Das Alterszentrum Suhrhard ist sanierungsbedürftig.

Marcel Siegrist

Die Erweiterung und Sanierung des Alterszentrums Suhrhard ist ein ausserordentliches Projekt, vor allem auch in finanzieller Hinsicht. Die Baukosten werden nämlich inklusive Projektierung auf 28,25 Mio. Franken veranschlagt.

Schon jetzt scheint klar, dass der stolze Betrag «aus verschiedenen Gründen nicht ausreichen wird». Dies hält der Gemeinderat Buchs in seiner Botschaft an den Einwohnerrat fest, mit der er einen Investitionsbeitrag von 5,1 Mio. Franken beantragt. Soviel ist das Land wert, das die Einwohnergemeinde der Alterszentrum Suhrhard AG abtritt.

An den Investitionskosten von besagten gut 28 Mio. Franken beteiligen sich Aarau und Buchs mit insgesamt 40 Prozent oder 11,3 Mio. Franken. Die Standortgemeinde Buchs hat zwei Drittel zu übernehmen, Aarau anteilmässig für den Stadtteil Rohr einen Drittel.

361 Franken pro Quadratmeter

Der Anteil von Buchs an den Investitionskosten war auf 4795000 Franken errechnet worden. Das sind 314000 Franken weniger, als das Land mit einem Quadratmeterpreis von 361 Franken wert ist. Das Grundstück misst 14153 Quadratmeter. Auf den Differenzbetrag von 314000 Franken will der Gemeinderat aber verzichten. Er appelliert an die Grosszügigkeit des Einwohnerrats: «Es wäre unverständlich, wenn die Gemeinde aus dem Landverkauf Kapital schlagen würde.»

Das Alterszentrum Suhrhard genügt heutigen Ansprüchen nicht mehr. Die Zimmer sind zu klein. Nicht jedes Zimmer verfügt über eine Dusche. Die betrieblichen Abläufe sind kompliziert. Die Sanierung und die Erweiterung sind unbestritten nötig. Mit einem solch grossen Projekt wäre die ursprüngliche Trägerschaft, der Verein Alterszentrum Suhrhard, überfordert gewesen. Um einen optimalen Betrieb langfristig zu sichern, hatten deshalb der Verein zusammen mit den beiden Gemeinden Mitte September 2012 die gemeinnützige Alterszentrum Suhrhard AG gegründet. Am Aktienkapital von 1,8 Mio. Franken sind Aarau mit 25, Buchs mit 55 Prozent und der Verein mit 20 Prozent beteiligt.

Die endgültigen Kosten der Sanierung und Erweiterung stünden zurzeit nicht fest, schreibt der Gemeinderat zuhanden des Einwohnerrats, der sich am 15. Januar zum ersten Mal im neuen Jahr versammelt. Wenn die neuen Zimmer Ende 2014, Anfang 2015 bezogen sind, werden die Gemeinden Buchs und Aarau keine weiteren Investitionsbeiträge mehr leisten. Nach der Sanierung und Erweiterung soll das Alterszentrum gemäss Pflegegesetz durch vollkostendeckende Tarife und Taxen finanziert werden.

Abstimmung am 3. März

Der Investitionsbeitrag der Gemeinde Buchs untersteht dem obligatorischen Referendum. Die Abstimmung findet am 3. März statt. Der Aarauer Einwohnerrat hat den Beitrag der Stadt von 2,395 Mio. Franken bereits Mitte Juni 2012 bewilligt. Die Baumaschinen sollen nach ursprünglichen Plänen im Mai auffahren.