Das Altersheim Senevita Gais in Aarau gilt als eines der besten Häuser weitherum. Und es will seine Attraktivität noch erhöhen: Derzeit laufen Bauarbeiten an Pflegeabteilung, Küche und Restaurant. Gemäss Baugesuch soll das alles um die 1,5 Mio. Franken kosten.

Bisher hatte die Senevita Gais 20 eigentliche Pflegezimmer im Erdgeschoss sowie 65 Alterswohnungen. Zehn der Wohnungen wurden aber bereits zusätzlich bedarfsweise als Pflegezimmer verwendet. Dies hatte aber den Nachteil, dass sie im ganzen Haus verteilt waren. Das sei unpraktisch gewesen, erklärt Geschäftsführerin Anouk Baumann. Deshalb wurden jetzt im 1. Stock sechs Wohnungen zu zehn richtigen Pflegezimmern umgebaut, eins davon ist ein Ferienzimmer. «So kann eine bessere pflegerische Versorgung gewährleistet werden», so Baumann. Auch werden damit fünf Alterswohnungen wieder frei für normales «Wohnen im Alter»: 59 Wohnungen sind nun verfügbar, die meisten mit zwei Zimmern, wenige mit drei, alle um die 50 Quadratmeter gross.

Für Bewohner ist es lärmig

Derzeit erhalten ausserdem die Pflegezimmer im Erdgeschoss neue, schöne Parkettböden. Eigentlich habe man die Bewohner samt Betreuern während dieser vier bis sechs Wochen in einem anderen Senevita-Haus unterbringen wollen, so Baumann. «Doch der Widerstand war gross. Deshalb haben wir entschieden, in zwei Etappen zu renovieren und den neu geschaffenen Pflegebereich im 1. OG als Ausweichmöglichkeit zu nutzen. Das ist aufwendiger, aber besser.» Der Baustellenbetrieb geht mit Emissionen einher, vor allem Lärm. «Ohne geht es leider nicht», sagt Baumann.

Dass sich deswegen auch einzelne Bewohner verärgert an die AZ gewandt haben, versteht sie, möchte aber betonen: «Wir haben die Bewohner schriftlich genau über den Bauablauf informiert. Wenn es besonders laut wird, hängen wir frühzeitig Schilder auf, um sie zu warnen.» Die Bewohner würden ermuntert, Zeit in der Cafeteria zu verbringen, wo es ruhiger sei, die Konsumationen gingen dann aufs Haus. Manche Klienten interessierten sich ausserdem sehr für den Bau und würden alles dokumentieren. «Wir haben auffällig viele pensionierte Architekten hier, die genau Bescheid wissen möchten», erzählt Baumann schmunzelnd.

Demnächst starten auch die Baumassnahmen an der Küche und dem Restaurantbereich. Die Küche wird grösser und zweckmässiger, das öffentliche Restaurant wird renoviert und erhält einen zusätzlichen Ausgang Richtung Osten, wo im nächsten Jahr auch der Aussenbereich neu gestaltet werden soll. «Am 1. August wollen wir fertig sein – obwohl das sportlich ist», sagt Baumann.

Leute kommen immer später

Nichts gemacht werden muss an den Alterswohnungen. «Sie werden bei jedem Mieterwechsel in einen neuwertigen Zustand gebracht», erklärt die Geschäftsführerin. Dass es sich um Alterswohnungen handelt, sieht man höchstens an den barrierefreien Badezimmern und an den Notruf-Knöpfen, die in Bodennähe angebracht sind. Ansonsten: viel Licht, viel Platz, Küche und grosser Balkon, von dem aus man das Treiben im neuen «Swissgrid»-Gebäude beobachten kann. Dieser Komfort hat seinen Preis: Eine 2-Zimmer-Wohnung gibts ab 2910 Franken (inkl. Nebenkosten und einiger Zusatzleistungen wie beispielsweise Teilnahme an internen Veranstaltungen). «Dafür hat man jederzeit die Gewissheit, dass in schwierigen Situationen oder Notfällen innert Minuten unser Pflegeteam vor Ort ist.» Doch trotz des nicht für jeden erschwinglichen Preises: Die Nachfrage nach den zentral gelegenen Wohnungen sei konstant hoch, betont Anouk Baumann. Sie merke lediglich deutlich, dass die Leute seit ein paar Jahren immer später in die Senevita kämen. Wenn sie älter sind und pflegebedürftiger. Der derzeit älteste Bewohner ist 99 Jahre alt. «Generell hat sich die Aufenthaltsdauer sehr verkürzt», so Baumann. «Es gibt aber durchaus noch ein paar Bewohner, die seit den ersten Betriebsjahren hier wohnen.»

2018 hat die Senevita Gais ihr 10-Jahre-Jubiläum gefeiert. Auch Baumann ist fast seit dem Anfang mit dabei: Die gelernte Pflegefachfrau trat 2010 als Pflegedienstleiterin ein und ist seit 2014 Geschäftsführerin. Ihr Team umfasst heute 52 Mitarbeitende in insgesamt 43 Vollzeitstellen. Hinzu kommen sechs Lernende, wovon zwei gerade an der Abschlussprüfung sind.