Aarau

Das neue KIFF kostet 25 Millionen – jetzt beginnt die Organisation des Geldes

Das KIFF 2.0 soll südlich des bestehenden entstehen.

Das KIFF 2.0 soll südlich des bestehenden entstehen.

Die Einweihung des Kulturkompetenzzentrums in der Telli Aarau ist für den Herbst/Winter 2024 geplant. Möglicherweise kommt es nun in Aarau wegen des Neubaus gar zu einer Volksabstimmung.

Wenn das Gespräch auf die Kosten kam, waren die Initianten des KIFF 2.0 bisher äusserst einsilbig. Zahlen hat es nie gegeben, höchstens Eindrücke von Grössenordnungen. So schien es, als würde die Investitionssumme bei zehn Millionen Franken liegen. Bei der Präsentation des Siegers des Architekturwettbewerbs im letzten Herbst war dann klar, dass die Kosten höher sind als ursprünglich erwartet. Und jetzt gibt’s erstmals eine Zahl. «Die Gesamtkosten des Neubauprojektes KIFF 2.0, inklusive allen zukünftigen wie auch bereits getätigten Projektentwicklungskosten sowie die Betriebsausstattung des Neubaus, werden zurzeit auf rund 25 Millionen Franken geschätzt», heisst es in einer Medienmitteilung.

Das ist mehr, als für die Alte Reithalle ausgegeben wird (bewilligt sind dort 20,45 Mio. Franken). Für 25 Millionen Franken gibt’s nicht das Siegerprojekt Enzmann Fischer Partner AG (Zürich). Neu ist die Rede von einer «Midi minus»-Version. Das ursprüngliche Projekt hat sich laut Gisela Roth, der Präsidentin des KIFF-Vereins, wegen der Kosten als nur schwer umsetzbar erwiesen.

«Gemeinsam mit den Architekten sind wir deshalb detailliert über das ganze Projekt gegangen und haben nach Einsparungsmöglichkeiten gesucht», erklärt Gisela Roth. «Was wir jetzt planen, ist kein Luxusbau – wir haben, wo immer möglich, abgespeckt.» Aber auch keine Mini-Version, nicht einfach eine Event-Halle mit Foyer. «Es soll kultureller Mehrwert entstehen», erklärt Gisela Roth. Stadt und Kanton hätten den Denkansatz eines Kultur-Hubs in Gesprächen stets unterstützt. Konkret heisst das etwa: Es gibt Kulturproduktionsräume (Ateliers), Büros für das Radio Kanal K, eine eigene Gastronomie.

Erste Verhandlungen mit Sponsoren und Stiftungen

Die Optimierung hat dazu geführt, dass rund 25 Prozent Geschossfläche und 20 Prozent Volumen eingespart werden können. So wird der grosse Saal (1000 Personen) deutlich weniger hoch, das Foyer etwas kleiner (250 statt 300 Personen).

Nachdem klar wurde, welche Version des Neubauprojektes weiterverfolgt wird, wurde der Projektierungskredit beantragt, heisst es in der Medienmitteilung. Stadt und Kanton (Swisslos-Fonds) sollen je 900'000 Franken beisteuern. Letztes Jahr war bei der Stadt von 475'000 Franken die Rede gewesen.

Die Überarbeitung des Projektes hat viel Zeit gekostet, aber die Eröffnung soll wie bisher geplant im Herbst/Winter 2024 stattfinden. In einem nächsten Schritt geht es nun darum, Geld für den Bau aufzutreiben. «Uns ist klar, dass wir an die Bausumme einen namhaften Beitrag beisteuern müssen», erklärt Gisela Roth. «Die Stadt und der Kanton sind daran, auszuhandeln, wer wie viel zahlt. Man hat uns versprochen, dass wir die genauen Zahlen im Herbst erhalten.» Mit Sponsoren und Stiftungen fanden erste, vielversprechende Verhandlungen statt.

Würde bei der Finanzierung der gleiche Schlüssel angewendet wie bei der Alten Reithalle, würden Stadt und Kanton je 9,5 Millionen Franken und der Verein sechs Millionen Franken beisteuern müssen. In Aarau käme es zu einer Volksabstimmung.

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Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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