Sie schlichen die groben Blöcke des Schlössliturms hinauf, sie sprangen rückwärts in der Vertikalen auf der glatten Wand des Neubaus – die Luftartisten von öff öff aerial dance. So wurde das Aarauer Stadtmuseum zum ersten mal lebendig. Der Schlossplatz war voller Menschen. Ein Labrador jagte durch die Menge.

Sechs Reden und keine siebte

«Liebe Freundinnen und Freunde», begann freudig Stadtpräsidentin Jolanda Urech als erste Rednerin. Es folgte die Rede von Philipp Kim vom Förderverein «Freunde des Stadtmuseums», der zugab, manchmal fast nicht mehr an diesen Tag geglaubt zu haben. Architekt Roger Diener wies darauf hin, dass der Fassadenkünstler Josef Felix Müller zum ersten Mal bekleidete Menschen geschaffen hatte. Beat Wismer, ehemaliger Direktor des Kunstmuseums und Jurymitglied bei der Projektauswahl sagte mit Blick auch auf das Naturama und das Kunsthaus: «Es ist unglaublich, was diese kleine Stadt in kurzer Zeit alles für die Kultur gemacht hat.»

Spektakuläre Eröffnung des neuen Stadtmuseum Aarau

Spektakuläre Eröffnung des neuen Stadtmuseum Aarau

Stadtbaumeister Felix Fuchs strahlte an diesem lauen Frühlingsabend: Es war seine letzte Baueinweihungen und eine der wichtigsten. Stadtrat Hanspeter Hilfiker rief Aarau als Kulturhauptstadt aus, denn nirgends sonst in der Schweiz würden Kulturhäuser so dicht beieinander stehen. Nach den sechs Ansprachen ihrer Vorredner verzichtete Museumsleiterin Kaba Rössler übrigens kurzerhand auf die ihrige und verwies bloss auf die Museumshomepage, wo diese nachzulesen sei, damit das Volk nicht länger hungern musste und sich auf den Apéro riche stürzen konnte.

Den Rednern fast die Show gestohlen hat der ehemalige deutsche Fussballer Günter Netzer. Der mit seiner Frau kurz vor Beginn und vor den Augen aller den Schlossplatz querte. Er ist offenbar ein Freund von Architekt Roger Diener.

Weiteres Programm bis Sonntag

Heute geht es weiter mit einem Markt auf dem Schlossplatz, der Ausstellung «Demokratie!», wo man sich von einer Guillotine erschrecken lassen kann, abends gibt es Musik und Drinks in der «Chopfab-Bar». www.stadtmuseum.ch