Museen

«Das Naturama Aargau setzt Standards»

Der neue Naturama-Direktor Peter Jann

Der neue Naturama-Direktor Peter Jann

Der Biologe Peter Jann (45) wird am 1. Juni neuer Direktor des Naturamas Aargau. Der Geschäftsführer des Lernzentrums für Biowissenschaften an der ETH und der Uni Zürich folgt auf Herbert Bühl, der das Natururama in Aarau nach 4 Jahren verlässt

Herr Jann, kennt man in Zürich das Aargauer Naturama?

Peter Jann: In der breiten Bevölkerung wahrscheinlich weniger. Unter den Leuten, die sich für Naturmuseen interessieren, ist das Naturama sicher bekannt. Ich habe es schon besucht und die Website immer wieder angeschaut. Sein vielfältiges Angebot hat mich sehr angesprochen.

Das ehemalige Aargauische Natur- und Heimatmuseum hat sich zu einem zeitgemässen Bildungs- und Vermittlungshaus entwickelt. Setzen Sie sich ins gemachte Nest?

Bis zu einem gewissen Grad stimmt das natürlich. Als ich mich auf das Bewerbungsgespräch vorbereitet habe, überlegte ich mir, wo ich mich einbringen könnte. Das Naturama ist modern und setzt Standards. Ziel für mich ist, dieses hohe Niveau zu halten. Auf der anderen Seite sehe ich ein gewisses Entwicklungspotenzial für eine überregionale Ausstrahlung. Das Naturama ist in Aarau - schön wäre, wenn man es mit den Lebensräumen im ganzen Kanton verbinden würde.

Sie folgen als Biologe auf einen Geologen. Werden Sie die Schwerpunkte anders setzen?

Natürlich kenne ich mich in der Biologie besser aus, und mein persönlicher Erfahrungshintergrund wird meine Arbeit prägen. Aber Geologie und Erdgeschichte sind spannende Themen, in die ich mich gern einarbeiten möchte. Ich habe das Gefühl, dieser Bereich wird in vielen Naturmuseen eher vernachlässigt. Was machen wir zum Beispiel mit der geologischen Sammlung, um Besucher anzulocken?

Das Naturama fokussiert auf Nachhaltigkeits-Themen, ein weites Feld. Was verstehen Sie darunter?

Es stimmt, heutzutage wird dieser Begriff fast beliebig eingesetzt. Für mich geht es bei Nachhaltigkeit darum, dass man sich bewusst mit den Bereichen Umwelt, Wirtschaft, Gesellschaft auseinandersetzt. Die eigentliche Herausforderung ist, wie mit den Zielkonflikten zwischen den einzelnen Dimensionen umgegangen wird. Dazu muss man sich mit den Leuten zusammensetzen, die Lösungen zusammen erstreiten und Kompromisse eingehen. Ein Beispiel: Viele Leute suchen die Nähe zur Natur, und dies möglichst schnell und bequem. Der Rummel und der Verkehr in die Natur hinaus beeinträchtigen nun genau das, was gesucht wird. Naturerlebnisse gibt es aber auch in der Stadt, und manchmal muss man einfach etwas genauer schauen. Solche Möglichkeiten aufzuzeigen, ist sicherlich eine wichtige Aufgabe des Naturamas.

Nächste Woche beginnt in Aarau die neue Sonderausstellung über Haustiere. Eine gute Gelegenheit für Sie, das Naturama-

Publikum kennen zu lernen. Gehen Sie hin?

Ich habe zwar schon einen Termin in Basel, werde aber wenn immer möglich die Eröffnung besuchen. (trö)

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