Gränichen
Das Moortal ist bereit für 4000 Besucher und böse Klänge

Am Wochenende steigt das grösste Metal-Open-Air im Kanton. Bei den Auftritten legt man bewusst auch Wert darauf, auch lokale Bands zu buchen.

Janine Gloor
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Das Open Air Gränichen macht sich bereit
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Die Gitter trennen das Festgelände vom Zeltplatz.
Hier wartet noch viel Arbeit auf die freiwilligen Helfer.
Durch dieses Tor werden die Festivalbesucher stürmen.
Hier werden am Wochenende durstige Rocker fündig.
Die Hauptbühne ist fertig aufgebaut, es fehlt nur noch der weisse Openair-Gränichen-Schriftzug.
Zum Glück ist der Boden trocken.
Sasha Märki (li) gibt Anweisungen.

Das Open Air Gränichen macht sich bereit

Aargauer Zeitung

Sasha Märki traut sich nicht so recht, über das Wetter zu reden. Es ist noch nicht einmal zehn Uhr und die Sonne brennt vom wolkenlosen Himmel. Perfektes Open-Air-Wetter. Aber genau diese Worte möchte Märki nicht in den Mund nehmen. «Ich will es nicht verschreien», sagt er. Als Leiter für die Infrastruktur ist der 23-Jährige seit zwei Wochen täglich auf dem Gelände.

Bis zu 4000 Besucher werden in Gränichen erwartet. Noch hat es Tickets, es wird auch eine Abendkasse geben. «Nach dem Greenfield sind wir wohl das grösste Open Air in der Metal-Szene», sagt Marketingleiter Michael Gräni. Dementsprechend reisen die Fans aus dem ganzen Land an. «Am Freitag hat das Open Air einen Volksfestcharakter, dann ist auch die Musik etwas sanfter.» Sanfter heisst eher Rock. Am Samstag geht es dann mit Metal und Punk richtig böse zu und her. Der Hauptact heisst Hatebreed: «Ein Ungetüm aus Hardcore, Metal und gehörig viel Testosteron», heisst es auf der Website des Open Airs. «Aber die Spieler sind ganz Liebe», versichert Gräni. An beiden Tagen sind neben internationalen Bands mit «The Vibes», «Ricky Harsh», «Rusted Guns», «Mavo» und «Selbstbedienung» auch Acts aus der Region zu sehen. «Wir engagieren bewusst auch lokale Bands», sagt Gräni.

Eine Gruppe Helfer bringt zwischen Festgelände und Zeltplatz Gitter an. «Für das Open Air sind über 400 Freiwillige im Einsatz», sagt Michael Gräni. Das Open Air ist als Verein organisiert, sämtliche Helfer arbeiten ehrenamtlich. «Alle sind mit viel Herzblut dabei, es ist toll, dass wir das Open Air so durchführen können.»

Am Open Air wird jedes Jahr herumgeschraubt, immer wieder etwas verbessert. Dieses Jahr hat die Helferküche ein Zelt bekommen. «Die mussten sonst jeweils im Regen Essen austeilen», sagt Märki. Mit schweren Schuhen stiefelt er über das Gelände. Der Rasen sei zwar schön für das Open-Air-Gefühl, doch der unebene Boden beschert viel Arbeit. Manche Wagen können mit Augenmass gestellt werden, bei anderen braucht es die Wasserwaage. «Für die Crêperie wäre es schlecht, wenn der Stand schräg wäre.»

Märki kann beim Aufbau auf viele Helfer zählen, die jedes Jahr anpacken. Manche kommen spontan dazu, je nach Wetter. Dieses Jahr läuft alles nach Plan. Via Funk klinkt er sich für ein paar Minuten aus, trotzdem kommt ständig jemand mit einer Frage auf ihn zu. Er hat stets eine Antwort. Schon zum elften Mal ist er dabei, zum zweiten Mal als Leiter der Infrastruktur. Bis zur Türöffnung gibt es noch viel zu tun. Doch Märki freut sich. «Ich kann die Konzerte trotz meiner Funktion geniessen. Es ist ein unglaubliches Gefühl, wenn ich mich am Open Air umschaue und denke, dass ich das alles mitorganisiert habe», sagt er.