Aarau
Das Maienzug-Fieber infiziert die Stadt: Ein Blumenmeer breitet sich aus

Kein Maienzug ohne Blumenkränzchen. Wieso Selbermachen schöner ist – und was Peking damit zu tun hat.

Samuel Schumacher
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Fest der Blumen: Aarau bereitet sich auf den Maienzug vor
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Donnerstag vor dem Maienzug: Blumenmarkt am Graben
Donnerstag vor dem Maienzug: Blumenmarkt am Graben
Donnerstag vor dem Maienzug: Blumenmarkt am Graben
Donnerstag vor dem Maienzug: Blumenmarkt am Graben
Donnerstag vor dem Maienzug: Blumenmarkt am Graben
Donnerstag vor dem Maienzug: Blumenmarkt am Graben
Donnerstag vor dem Maienzug: Blumenmarkt am Graben
Donnerstag vor dem Maienzug: Blumenmarkt am Graben
Donnerstag vor dem Maienzug: Blumenmarkt am Graben
Donnerstag vor dem Maienzug: Die Blütenpracht wird zur Weiterverarbeitung nach Hause getragen.
Donnerstag vor dem Maienzug: Die Blütenpracht wird zur Weiterverarbeitung nach Hause getragen.
Donnerstag vor dem Maienzug: Der Gerechtigkeitsbrunnen auf dem Kirchplatz erhält seinen Blumenschmuck.
Donnerstag vor dem Maienzug: Blumig sind auch die Reime.
Donnerstag vor dem Maienzug: Der Brunnen über dem Stadtbach beim Rathaus ist bereits fertig geschmückt.
Donnerstag vor dem Maienzug: Der Brunnen über dem Stadtbach beim Rathaus ist bereits fertig geschmückt.
Donnerstag vor dem Maienzug: Vorbereitungen für das Vorabend-Fest. Der Dritte Stock befestigt sein Plakat an einem Jalousien-Feststeller im ersten Stock.
Donnerstag vor dem Maienzug: Der Brunnen beim Schlossgarten mit den Lupinen, welche für ihn zuständigen Frauen morgens fünf Uhr von der Lenzerheide gebracht haben.
Donnerstag vor dem Maienzug: Die Sonnenblumen am Brunnen über dem Stadtbach beim Rathaus heitern den verregneten Morgen auf.
Donnerstag vor dem Maienzug: Der Brunnen beim Schlossgarten mit den Lupinen, welche für ihn zuständigen Frauen morgens fünf Uhr von der Lenzerheide gebracht haben.
Donnerstag vor dem Maienzug: Der Brunnen beim Schlossgarten mit den Lupinen, welche für ihn zuständigen Frauen morgens fünf Uhr von der Lenzerheide gebracht haben.
Donnerstag vor dem Maienzug: Der Brunnen beim Schlossgarten mit den Lupinen, welche für ihn zuständigen Frauen morgens fünf Uhr von der Lenzerheide gebracht haben.
Donnerstag vor dem Maienzug: Der Brunnen beim Schlossgarten mit den Lupinen, welche für ihn zuständigen Frauen morgens fünf Uhr von der Lenzerheide gebracht haben.
Donnerstag vor dem Maienzug: Auch das Amthaus darf nicht ohne Blumenschmuck bleiben.

Fest der Blumen: Aarau bereitet sich auf den Maienzug vor

Samuel Schumacher

Wie ein Virus griff das Maienzug-Fieber die vergangenen Tage in Aarau um sich. Und wie verrückt freuten sich Gross und vor allem Klein auf den heutigen Traditionsanlass. Wie sehr das über 400-jährige Fest die Menschen in Aarau prägt, zeigen die Zeilen, die die Aarauer TV-Journalistin Martina Fuchs für das Maienzug-Programmheft geschrieben hat.

Aus dem fernen Peking, wo Fuchs für das chinesische Staatsfernsehen arbeitet, schreibt sie: «Je mehr Länder man bereist und je mehr Kulturen man kennen lernt, desto stärker wird die Erinnerung an die Kindheit: der Versuch, einen Tag lang die Kleider weiss zu halten, im Umzug die Hand des ersten Schwarms zu halten, das selbstgeflochtene Blumenchränzli im Haar zu tragen ...»

Dass dieses Blumenchränzli durch all die Jahre und bis weit hinüber ins Smog-geplagte Peking nachwirken kann, das glaubt gerne, wer gestern den Mädchen (und auch ein paar Buben) auf dem Schanzmätteli beim Kränzchen-Winden zuschaute. Mit Schere, Eifer und viel Kreativität wurde geschnipselt, gedreht, gewunden und geflochten. Kornblumen und Schleierkraut, Rösli und Frauenmänteli, viele aus den eigenen Gärten, einige aus den Blumenläden der Stadt.

Selber Blumenkränzchen machen

«Ich finde das wahnsinnig toll, wie diese Mädchen mit ihren Blumenbüscheln hierhin kommen und zwei Stunden später als stolze kleine Prinzessinnen mit farbigen Kränzchen von dannen ziehen», sagt Catherine Bürgi, die als Freiwillige beim Kränzchen-Winden hilft. Wie kreativ die Kinder seien, das sei unglaublich. «Das ist nämlich ein rechtes ‹Knüübel›», sagt Bürgi. Und dann kommt da noch die ganze Aufregung hinzu. «Als Ur-Aarauer ‹chonnsch s Chrebble öber› am Maienzug, das ist völlig normal.»

«S Chrebble» spüren auch Milla, Simona und Fabiana, die fleissig an ihren Kränzchen arbeiten. «Ich kanns gar nicht glauben, dass jetzt schon wieder Maienzug ist», sagt Simona. Und Milla meint: «Ich bin schon ein bisschen stolz auf mich. Letztes Jahr habe ich mein Kränzchen noch im Blumenladen gekauft. Dieses Jahr mache ich es zum ersten Mal selber.»

Auch Skye windet ihr erstes eigenes Kränzchen. «Wir haben in der Schule schon für den Umzug geübt. Das war voll schön, ich freue mich!» Ein alter Maienzug-Hase ist die 11-jährige Nivedita. «Ich laufe zum siebten Mal mit. Das Blumenchränzli mache ich jedesmal selber, mit ein bisschen Unterstützung meiner Mutter.»