Die Abgeordnetenversammlung des Gemeindeverbands hat am Mittwochabend den Einbau einer eigenen Küche im Lindenfeld und den dafür notwendigen Ausführungskredit mit einem Kostendach von 2,2 Mio. Franken bewilligt. Der Antrag des Vorstands stützte sich auf das Vorprojekt, das die Abgeordneten Mitte Mai nach einlässlicher Diskussion des Themas in die Wege geleitet hatten. Von den dafür bewilligten 150 000 Franken wurden lediglich knapp 64 000 Franken gebraucht. Der Entscheid, das Küchenprojekt nun in die Tat umzusetzen und die nötigen Mittel dafür zu sprechen, fiel ohne Gegenstimme.

KSA-Pläne nicht nachvollziehbar

Das Lindenfeld bezieht das Essen bisher – über einen unterirdischen Gang – vom Kantonsspital Aarau (KSA). Im Kanton Aargau, sagte Beat Rüetschi, Präsident des Gemeindeverbands, gebe es wohl kein anderes Heim, das nicht über eine eigene Küche verfüge. Und die Situation werde für das Lindenfeld zunehmend schwierig. Das KSA gehe «einen Weg, den wir nicht mehr ganz nachvollziehen können». Wie Sven Egger, Leiter Dienste und Projekte im Lindenfeld, in Erinnerung rief, stellt das KSA auf Convenience-Verpflegung um, die in der Nähe von Basel hergestellt und per Lastwagen nach Aarau gekarrt wird. «Dann schmeckt alles gleich», prophezeite Beat Rüetschi. Dazu kommt, dass sich der Menüplan ständig wiederholt. «Das kann man in der Langzeitpflege nicht machen», stellte Rüetschi kategorisch fest.

Auch die Kostenfrage spielte in die Überlegungen der Lindenfeld-Verantwortlichen hinein. Für 2019 liegt der Verpflegungs-Tagessatz bei 30 Franken. Wie Lindenfeld-Direktor Thomas Holliger im Mai ausführte, hat das KSA aber signalisiert, dass künftig 36 Franken oder mehr nötig wären. Den Ausschlag für den Entscheid, sich aus der Abhängigkeit vom KSA zu lösen und eine eigene Küche einzubauen, gab aber, wie am Mittwoch aus diversen Voten hervorging, die Überzeugung, dass die Qualität des Essens einer der wichtigsten Faktoren für das Wohlbefinden und die Zufriedenheit der Heimbewohner ist.

Die Küche kann im 1. Untergeschoss realisiert werden. Durch den Bau des Demenzzentrums «Haus am Teich» wird das 1. Stockwerk frei, sodass die gegenwärtig im Untergeschoss befindlichen Therapieräume dort hin disloziert werden können. Ein Warenlift zwischen 1. Untergeschoss (Küche) und Erdgeschoss (Cafeteria) ist im aktuellen Projekt nicht vorgesehen. Ein späterer Einbau eines solchen ist nach den Worten von Hans-Peter Leibundgut vom mit dem Projekt beauftragten Aarauer Architekturbüro Buser + Partner AG ohne weiteres möglich. Die Kosten dafür bezifferte Leibundgut auf 35 000 Franken.

Demenzhaus startet im Frühling

Das «Haus am Teich» kommt, wie Sven Egger darlegte, mit grossen Schritten voran. Die Unterböden seien nun eingezogen worden und die erste Heizperiode habe begonnen. «Wir sehen wachsen, was wir uns vorgestellt haben», sagte Egger. Und sowohl vom Bauverlauf, als auch vom Finanziellen her sei man weiterhin voll auf Kurs. Egger gab die Prognose ab, dass der Kreditrahmen nicht überschritten werde. Die Eröffnungsfeier des neuen Demenzzentrums ist auf den 29. März 2019 angesetzt. Für den 30. März ist ein Tag der offenen Tür geplant.

Für Nichtmitglieder wirds teurer

«Die Solidarität leidet», stellte Verbandspräsident Rüetschi fest. Das hat nun Folgen: Nicht nur, aber auch wegen des in jüngster Zeit erfolgten Austritts mehrerer Gemeinden aus dem Zweckverband – die letzte war Othmarsingen –, haben die Abgeordneten die Lindenfeld-Taxordnung per 2019 angepasst. Neu müssen Heimbewohnerinnen und -bewohner aus Nichtmitgliedgemeinden einen pro Tag um 10 Franken höheren Beitrag an die Nutzung der Lindenfeld-Infrastruktur bezahlen. Als direkte Folge der höheren Verpflegungspreise des KSA für nächstes Jahr steigen die Taxen pro Bett generell um 2 Franken.

Die Zahl der Betten im Lindenfeld verändert sich auch nach Eröffnung des neuen Demenzzentrums nicht. Sie verharrt bei 150 Betten. Bei 50 370 Pflegetagen wird mit einer Bettebelegung von 92 Prozent gerechnet. Der Personalbestand erfährt gemäss dem von den Abgeordneten ohne Gegenstimme gutgeheissenen Budget 2019 ein Plus um 6,5 Stellen. Davon entfallen 3,5 auf den Pflegebereich, 3 Stellen sind für die neue Küche geplant. Im Weiteren wird die Lohnsumme für individuelle Anpassungen um 1,5 Prozent erhöht.