Von den einst fünf unterirdischen Asylzentren des Kantons Aargau ist noch eines in Betrieb: Jenes in der geschützten Operationsstelle (GOPS) des Kantonsspitals Aarau. Bereits vor einem Jahr konnten aufgrund der weniger hohen Zuweisungszahlen die beiden GOPS in Muri und Laufenburg geschlossen werden. Wegen Bauarbeiten aufgelöst wurden ausserdem die unterirdischen Unterkünfte im Kommandoposten Liebegg und im Notspital Baden.

Wie von der az angekündigt, sind jetzt auch die Tage des Aarauer Notspitals als Asylunterkunft gezählt. Ende Juni ziehen die verbliebenen Bewohner aus, wie das Departement Gesundheit und Soziales mitteilt. Sie werden auf die oberirdischen Zentren verteilt. Mit der Schliessung der GOPS Aarau werde das Versprechen eingelöst, die GOPS zu schliessen, sobald die Situation es zulasse, heisst es in der Mitteilung.

Von Entspannung kann keine Rede sein

Die Auslastung der kantonalen Unterkünfte bleibt derweil hoch. Zwar waren die Zuweisungszahlen 2016 nicht so hoch wie im Jahr davor. Aber es wartet noch immer eine grosse Zahl Asylsuchender in den Zentren auf den Entscheid über ihr Asylgesuch. Aktuell sind gemäss Sozialdepartement 1857 Asylsuchende in kantonalen Unterkünften untergebracht. In der warmen Jahreszeit müsse ausserdem mit einen saisonal bedingten Anstieg der Asylgesuche gerechnet werden. Departementssprecherin Anja Kopetz sagt: «Wir rechnen mit einer ähnlichen Entwicklung wie in den letzten Jahren. Es ist damit zu rechnen, dass die Gesuchszahlen in der wärmeren Jahreszeit deutlich ansteigen.»

Neue Zentren eröffnen

Während die unterirdischen Anlagen schliessen, gehen über der Erde neue auf: Heute Mittwoch eröffnet das Sozialdepartement im ehemaligen A3-Werkhof in Frick eine Container-Siedlung für bis zu 180 Asylbewerber. Bereits im März wurde im ehemaligen Gasthof Rössli in Unterentfelden eine Unterkunft mit 90 Plätzen eröffnet.

Bereits definitiv ist die Schliessung einer oberirdischen kantonalen Unterkunft: Jene an der Hinteren Bahnhofstrasse in Laufenburg per Ende Juli 2017. (rio/mwa)