Eintrittsgebühr
Das Kindercafé in der Aarauer Altstadt ist nicht mehr gratis

Besucher, die nicht Mitglied im Elternverein sind zahlen neu eine Eintrittsgebühr: Diese Massnahme war nötig, um den Betrieb zu sichern: Einige Male stand der Elternverein kurz davor, das Kindercafé zu schliessen.

Carla Stampfli
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Das Kindercafé ist bei den Eltern beliebt. Während die Kinder spielen, können sie Kaffee trinken und sich austauschen. ces

Das Kindercafé ist bei den Eltern beliebt. Während die Kinder spielen, können sie Kaffee trinken und sich austauschen. ces

Carla Stampfli

Das Kindercafé in der Aarauer Altstadt findet Anklang. Im vergangenen Jahr verzeichnete es im Schnitt 14 Erwachsene und Kinder pro Öffnungstag, auch Mütter und Väter aus der ganzen Region finden hierher. Doch: Für den Elternverein Aarau ist es nicht immer einfach, den Betrieb aufrecht zu erhalten. Einige Male stand er kurz davor, das Café aus personellen und finanziellen Gründen zu schliessen, das letzte Mal im Oktober – nun hat der Vorstand Massnahmen getroffen.

«Das Kindercafé ist für den Elternverein ein Verlustgeschäft», sagt Vorstandsmitglied Sabine Ruess. Trotzdem sei es dem Verein ein Anliegen, das Café weiterzuführen: «Das Bedürfnis ist vorhanden.» Man habe das Konzept überarbeitet und Änderungen vorgenommen. Unter anderem zahlen Besucher, die nicht Mitglied im Elternverein sind, seit Januar neu eine Eintrittsgebühr von fünf Franken. «Wir erhoffen uns, so auch neue Mitglieder zu gewinnen», sagt Sabine Ruess. Denn gut Dreiviertel aller bisherigen Kindercafé-Besucher seien nicht Mitglieder gewesen.

Lärm stört im Café niemanden

Das Kindercafé besteht seit 20 Jahren, seit knapp sechs gehört es dem Elternverein Aarau an. In den Räumlichkeiten der Freizeitwerkstatt können sich die Kleinkinder mit Spielsachen vergnügen, während die Eltern einen Kaffee trinken, plaudern und neue Bekanntschaften machen. Im Gegensatz zu einem gewöhnlichen Café stört es hier niemanden, wenn der Nachwuchs beim Herumtollen laut wird.

Das Kindercafé-Team des Elternvereins zählt zwischen fünf und acht freiwillige Helferinnen. Ende Jahr hat die Arbeitsgruppe die Gäste auf die neue Eintrittsgebühr aufmerksam gemacht. «Die Besucher haben Verständnis gezeigt», sagt Vorstandsmitglied Sabine Ruess. Nach der Bekanntgabe haben sich einige Besucher entschieden, dem Elternverein beizutreten. Im Dezember konnte das Kindercafé-Team sechs Anmeldungen entgegennehmen, weitere Eltern haben Interesse bekundet.

Neu dem Elternverein beigetreten ist Pia Kälin. Seit über einem Jahr besucht sie mit ihren beiden Kindern das Café. «Ich komme vor allem wegen meinem Sohn. Hier kann er mit anderen Kindern spielen», sagt sie. Als Pia Kälin von der Eintrittsgebühr erfuhr, hat sie sich sofort für eine Mitgliedschaft entschieden: «Weil wir das Café fast jede Woche besuchen, macht es finanziell Sinn.» Zudem fände sie es super, dass es Leute gäbe, die verschiedene Aktivitäten für Kinder organisieren. Dafür sei sie bereit, einen Beitrag zu zahlen.

Nebst der Eintrittsgebühr hat es auch innerhalb der Arbeitsgruppe eine Neuerung gegeben. Sabine Stocker, die bis vor kurzem selbst Besucherin war, leitet seit Januar neu das Kindercafé-Team. Für sie sei die neue Aufgabe gut machbar, da sie ihren Sohn mitbringen dürfe: «Er kommt sehr gerne hierher.»

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