Sie sind laut und verdrecken alles: In der Saatkrähen-Kolonie am Kantonsspital Aarau (KSA) ist der Teufel los. Weil das KSA die Störenfriede jedoch nicht abschiessen will, haben die Verantwortlichen gewöhnungsbedürftige Massnahmen ergriffen: Eine Tierkommunikatorin soll die Vögel zur Ruhe bringen.

«Dass Steuergelder und Krankenkassenprämien mit solchem Esoterik-Humbug vergeudet werden, ist ein Skandal», wetterte ein reformierter Pfarrer aus der Nachbargemeinde bereits am Mittwoch in einem breit gestreuten Mail, das er auch der az zukommen liess.

«Wir versuchen, ein sinnvolles Miteinander zu finden»: KSA-Sprecherin Andrea Rüegg über Vogelkot, Klangelemente und die interne Beschwerdestelle.

«Wir versuchen, ein sinnvolles Miteinander zu finden»: KSA-Sprecherin Andrea Rüegg über Vogelkot, Klangelemente und die interne Beschwerdestelle.

Auch bei SVP-Grossrat Jean-Pierre Gallati sorgt die Massnahme für Unverständnis: «Das ist ein Oberwitz», sagt er gegenüber «Tele M1». Eine bessere Alternative sieht er darin, die Vögel durch Aargauer Jäger abschiessen zu lassen.

Anderer Meinung ist Jasmin Roder. Auch sie ist – wie die Hoffnungsträgerin des KSA – Tierkommunikatorin. Gegenüber dem Regionalsender schildert sie ihre Erfahrung mit Tiergesprächen: «Ich bin mit Vögeln zusammengesessen und habe das Gespräch gesucht», so Roder. Sie habe die Krähen gebeten, sich zurückzuziehen und ihnen erklärt, dass «sonst andere Lösungen in Betracht gezogen werden».

Bisher verspricht die Methode des KSA jedoch wenig Erfolg: Die Vögel krähten auch heute munter weiter.