Küttigen
«Das ist doch kein Schwimmbad mehr»

Die Küttiger sind stolz auf ihre Badi mit Charme. Nun wir das Freibad für 870 000 Franken saniert. Wer einen Augenschein vor Ort nimmt, könnte erschrecken. Eine rechteckige Plattform durchzieht jetzt das Schwimmbecken.

Deborah Balmer
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Das Freibad Wührimatt ist in die Jahre gekommen und wird derzeit für 870000 Franken saniert. Wer einen Augenschein vor Ort nimmt, könnte durchaus erschrecken: Zieht sich doch plötzlich eine rechteckige Plattform quer durch das Schwimmerbecken.

In Küttigen ist man stolz auf die schöne Badi mit Charme: «Sie liegt etwas untypisch am Hang und deshalb hat man eine gute Übersicht», sagt David Fiore, Bauverwalter von Küttigen. Und weiter: «Es ist wohl sogar eine der schöneren Badis der Gegend.» Das erkläre auch, wieso viele der bis zu 28 000 Gäste jedes Jahr von weit her ins Freibad nach Küttigen kämen.

Sicherheitsvorschriften einhalten

Wird das auch so bleiben? Einer, der sich über die Sanierung ärgert, ist az Aargauer Zeitungs-Leser Jörg Senn aus Küttigen: «Dieser hässliche Betonklotz wird sicher viele Leute von einem Badibesuch abhalten.» Und: «Der Schwimmbereich wird so doch auf nur wenige Bahnen eingeschränkt», ärgert sich Senn.

Bauverwalter David Fiore erklärt den «hässlichen Betonklotz»: «Es gibt von der Beratungsstelle für Unfallverhütung vorgegebenen Sicherheitsvorschriften. Dazu gehört, dass der Sprungbereich vom Schwimmbereich abgetrennt sein muss.» Bis im letzten Sommer hätten jeweils nur Bojen die beiden Bereiche voneinander getrennt. Doch Jörg Senn zeigt kein Verständnis: «Auch wenn heute neue Sicherheitsstandards und Bauvorschriften gelten, ist diese Umsetzung eine Katastrophe. Sie zeigt, dass die Verantwortlichen wohl selber nie ein paar Längen geschwommen sind.» Senn geht noch weiter: «Aus meiner Sicht ist dies kein Schwimmbad mehr, denn schwimmen kann man hier nicht mehr.»

Eröffnung im Mai

Damit ist man auf der Bauverwaltung Küttigen nicht einverstanden: «Geübte Schwimmer können hier weiterhin auf drei Bahnen 50-Meter-Längen schwimmen», so Fiore, der als Bauverwalter das Badi-Projekt leitet. «Durch die Abtrennung gibt es neu die Möglichkeit, nur 30 Meter zu schwimmen.» Das sei doch für etwas ältere Menschen und Anfänger ideal, so Fiore. «Auf der Abtrennung können Besucher auch im Kühlen sitzen. Das ist eine Qualitätssteigerung», findet Fiore. Zudem bleibe es kein «hässlicher Betonklotz», sondern die Abgrenzung werde mit einer blauen Beckenfolie überzogen. Zur Sanierung des Freibads gehören auch ein «Sofakissenauslauf» bei der Rutschbahn und die Erneuerung der Haustechnik, die sich unterirdisch im Maschinenraum befindet.

Und darauf ist man in Küttigen besonders stolz: «Auf dem Dach der Garderobe richten wir eine Solaranlage ein, die das Badwasser aufheizt», so Fiore. Eröffnung der Badi im neuen Kleid ist am Samstag, 7.Mai. Bei der Eröffnung werden Führungen für Interessierte angeboten. Vor Ort wird auch Regierungsrat Peter C. Beyeler sein.