Aarau
Das Hotelprojekt Kettenbrücke verzögert sich um ein halbes Jahr

Eigentlich wollten die Badener Investoren im Frühling 2014 mit dem Bau des Hotels Kettenbrücke beginnen. Das verzögert sich nun. Es gibt eine Gnadenfrist für bestehende Disco und Opium Lounge.

Hubert Keller
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Der Kopfbau der «Kettenbrücke» bleibt erhalten. Das Lämmlihaus dahinter (links mit Zeltdach von Hecken umgeben) wird für ein Mehrfamilienhaus (siehe Visualisierung unten) abgebrochen. Annika Bütschi

Der Kopfbau der «Kettenbrücke» bleibt erhalten. Das Lämmlihaus dahinter (links mit Zeltdach von Hecken umgeben) wird für ein Mehrfamilienhaus (siehe Visualisierung unten) abgebrochen. Annika Bütschi

Die Badener Investoren rechneten sich ursprünglich aus, mit dem Bau des Hotels Kettenbrücke im kommenden Frühling beginnen zu können. Daraus wird nichts. Der Baubeginn verzögert sich bis Herbst. Doch Werner Eglin und Stefan Wetzel sind darüber nicht unglücklich. Sie realisieren gegenwärtig in Baden das Trafo-Hotel, das – wie es ursprünglich auch für das Hotel Kettenbrücke vorgesehen war– im Herbst 2014 eröffnet werden soll. Werner Eglin: «Zwei Hoteleröffnungen innert weniger Monate, die eine in Baden, die andere in Aarau, hätten uns überfordert.» Er will das Hotel in Aarau nun im Frühling 2015 eröffnen.

Antoniadis: «Wir haben noch nichts»

Mit dem Bau des Hotels Kettenbrücke bzw. dem Abriss des Verbindungstraktes verliert Aarau den grössten Club der Stadt. Ende September, spätestens Ende Jahr, muss der Partyveranstalter Pop Art dort mit der «Opium Lounge» und dem KBA Club ausziehen. «Der Stadt wird etwas fehlen», sagt Inhaber Georgios Antoniadis. Rund 1500 Partygänger kommen wegen des KBA jedes Wochenende nach Aarau, pro Jahr sind es 100 000. «Als wir den Club im Jahr 2000 eröffneten, ging noch kaum jemand in Aarau in den Ausgang. Nun verschiebt sich die Szene vielleicht nach Olten», so Antoniadis. Die Ära KBA aber ist wohl zu Ende. «Wir haben noch keinen Ersatz», sagt Antoniadis, «und wir machen nicht zu jedem Preis weiter.» In die Vororte, zum Beispiel nach Schönenwerd zu ziehen, wo es Räume gibt, mache keinen Sinn. «Das Partybusiness mit den vielen Auflagen ist sonst schon schwierig genug.» Bleibt als letzte Möglichkeit nur noch die Region Torfeld Süd oder Nord. «Das könnte ein Thema sein», so Antoniadis. Weiterhin ist er mit der Bar Platzhirsch in der Aarauer Altstadt präsent. Ausziehen muss auch der Künstler und Coiffeur Andreas Leu, der sein Atelier unterhalb der Opium Lounge hat. Auch er hat noch keine Alternative gefunden. (kus)

Grundsätzlich steht der Baubewilligung für das Hotel Kettenbrücke nichts im Wege, bestätigt Stadtbaumeister Felix Fuchs. Fragen die verkehrstechnische Erschliessung betreffend hatten zusätzliche Abklärungen und Verhandlungen erforderlich gemacht. Noch steht das Okay des Kantons aus. Felix Fuchs erwartet es aber in den nächsten Wochen, sodass die Baubewilligung bis Ende Februar gegeben werden kann.

Beim Projekt handelt es sich um eine Arealüberbauung. Diese umfasst nebst dem Hotel auch ein Mehrfamilienhaus mit zwölf Wohnungen, das auf dem Hammer-Areal realisiert wird. Diese Woche hat die Bauherrschaft die Abbruchbewilligung für das ehemalige Lämmli-Haus auf dem Hammer-Areal erhalten.

Erschliessung ist geklärt

Die verkehrstechnischen Fragen betreffen Hotel und Wohnresidenz gleichermassen. Gemäss Stadtbaumeister Fuchs wird die bestehende Einfahrt zwischen Kettenbrücke und Lämmli-Haus aufgehoben. Man entspricht damit einer Auflage des Kantons. Es ist nur eine beschränkte Zufahrt für Anlieferungen und Notfälle möglich. Die eigentliche Erschliessung der Einstellhalle erfolgt rund 100 Meter weiter östlich beim Fretz-Parkplatz.

Im Februar soll das Lämmli-Haus abgebrochen werden. Es ist nicht mehr bewohnt. Ende März könnte somit mit den Bauarbeiten für die Wohnresidenz gestartet werden. Die Hälfte der Wohnungen sei bereits verkauft, sagt Stefan Wetzel. Die Wohnungen hätten einen gehobenen Ausbaustandard und verfügten über attraktive Aussenräume.

Am Tor zur Altstadt entsteht ein Viersterne-Hotel. Der Zwischentrakt zwischen den markanten Kopfbauten, die das Bild der «Kettenbrücke» prägen und deshalb erhalten bleiben, wird abgebrochen. Hier werden später die Hotelgäste an der Réception empfangen. Über der Réception entstehen mehrere Konferenzräume und ein grosszügiger Saal. Das Hotel bietet im Neubau 24 Doppelzimmer an, ob weitere Zimmer in den bestehenden Gebäuden eingeplant werden, ist noch offen. Das Restaurant kommt im Kopfbau zur Aare hin zu liegen, darüber die Küche.

Mietvertrag für Disco verlängert

Die Mietverträge in der Liegenschaft Kettenbrücke sind wegen der Verzögerung ein zweites Mal bis Ende September verlängert worden, nachdem Georgios Antoniadis, der die Disco Kettenbrücke und die «Opium Lounge» betreibt, bereits für März 2013 gekündigt worden war.

Werner Eglin und Stefan Wetzel sind an der Blue Gastro AG, der Blue City AG und der Trafo Hotel AG beteiligt. Architekt Stefan Wetzel plant mit seinem Architekturbüro Atelier West das Mehrfamilienhaus. Mit dem Hotelprojekt ist das Aarauer Büro Frei Architekten beauftragt.