Suhr

Das Henz-Areal spült der Gemeinde einen Millionenbetrag in die Kasse

Im November entscheiden die Suhrer darüber, ob auf dem Henz-Areal ein Hochhaus gebaut werden kann.Visualisierung/ZVG

Im November entscheiden die Suhrer darüber, ob auf dem Henz-Areal ein Hochhaus gebaut werden kann.Visualisierung/ZVG

Die Arealentwicklerin Halter AG und die Gemeinde haben sich auf eine Mehrwertabgabe geeinigt. Allerdings steht dieses Geld der Gemeinde nicht zur freien Verfügung, es ist zweckgebunden.

Im November gilt es ernst. Dann sollen die Suhrer an der Gemeindeversammlung über die Teilrevision der Bauordnung abstimmen – und damit über die Zukunft des Henz-Areals. Ein grosser, zukunftsweisender Brocken, soll hier doch anstelle der Industriehallen eine Überbauung mit Mehrfamilienhäusern und einem Hochhaus (39 Meter) entstehen. Und genau dieses Hochhaus spaltet die Suhrer – obwohl der Gemeinderat ein neues, bestechendes Argument in der Hand hat.

Wie gross die Vorurteile sind, zeigte sich in den letzten Monaten an jedem Infoforum. So auch diese Woche. Die Argumente sind immer die gleichen: Viele sind baumüde; sie bezweifeln, dass Suhr noch mehr Wohnungen (160 wären es insgesamt, 45 davon Eigentum) braucht.

Manche argwöhnen, mit dem Henz-Hochhaus würde gleich eine Hochhaus-Schwemme ausgelöst. Und da sind Ängste vor neuen Sozialfällen, die die Anonymität des Hochhauses anziehen könnte, vor Mehrverkehr und noch mehr Fussgängern, vor verbauten Aussichten auf historische Gebäude.

Zweckgebundener Betrag

So gross die Vorurteile aus dem Publikum, so gross ist auch die Begeisterung des Gemeinderats. Das Gebiet südlich der Bahnlinie entwickle sich vom Sorgenkind zu einem Quartier mit grosser Lebensqualität, sagte Gemeinderat Thomas Baumann. «Ein solches Quartier mit einer grossen Dichte hat eine Zentrumsfunktion, wird Ausgangspunkt für Dienstleistungen oder kulturelle Anlässe.» Das gäbe eine Sogwirkung, so Baumann, speziell auch für Quartiere wie das Frohdörfli. «Man muss den Mut haben, so etwas zu tun.»

Das «letzte Puzzleteil», wie Baumann es nannte, spielt den Befürwortern in die Hand. Denn die Gemeinde soll für den Mehrwert, den die Aufzonierung des Areals bringt, finanziell entschädigt werden. Das haben die Gemeinde und die Arealentwicklerin, die Halter AG, beschlossen. Wie hoch dieser Betrag ausfallen wird, wollte Baumann nicht sagen. Aber es sei ein siebenstelliger, also ein Millionen-Betrag. Dieses Geld steht der Gemeinde nicht zur freien Verfügung, es ist zweckgebunden. Das heisst, dass es beispielsweise für Infrastruktur in Zusammenhang mit dem Henz-Areal oder in soziale und kulturelle Massnahmen investiert werden kann.

Das Schlusswort schliesslich hatte Andreas Campi von Halter, der darlegte, was mit dem Areal passiert, wenn das Hochhaus nicht kommt: «Dann bleibt es ein privates Areal.» Mit dem Hochhaus schaffe man den Freiraum, welcher der Öffentlichkeit erlaube, das Areal zu nutzen – ob als Querungsmöglichkeit oder als Aufenthaltsort. Zum Schluss gab Campi zu bedenken, dass ihrer Erfahrung nach insbesondere ältere Generationen gerne Wohnungen in Hochhäusern kaufe. Und: «Stockwerkeigentümer sind den Gemeinden die liebsten Steuerzahler.»

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