Ansehnlich sei das Ergebnis der Jahresrechnung 2013, sagte Sonja Füllemann, Präsidentin der Finanz- und Geschäftsprüfungskommission. Ansehnlich allerdings nur auf den ersten Blick. Denn auf den zweiten Blick entpuppe sich der Ertragsüberschuss von fast 1,6 Millionen Franken als Illusion, als Trugbild.

«Dieses Ergebnis», erklärte Füllemann am Dienstagabend im Einwohnerrat, «verdanken wir vorwiegend dem ausserordentlichen Ertrag, der durch die Auflösung von Aufwertungsreserven entstanden ist, wie sie das neue Rechnungsmodell HRM2 vorsieht.» Ohne diesen Ertrag mache das operative Ergebnis noch ganze 45 000 Franken aus. Buchs, eine von fünf Pilotgemeinden im Aargau, hat HRM2 bereits im Jahr 2013 eingeführt, ein Jahr früher als der grosse Rest.

Mit HRM2 mussten sämtliche Investitionen der letzten 20 Jahre mit ihrem Restwert aktiviert werden. Grundstücke, die in der Bestandesrechnung nicht mehr enthalten waren, wurden ebenfalls neu bewertet und aktiviert. Die so geschaffenen Aufwertungs- und Neubewertungsreserven zählen, wie Sonja Füllemann erläuterte, als Eigenkapital. Und so kommt es, dass das Eigenkapital von 5 mit HRM1 auf fast 104 Millionen Franken mit HRM2 angestiegen ist. Cash sind diese Vermögen nicht verfügbar. Sie dienen dazu, die höheren Abschreibungen nach HRM2, wie im vergangenen Jahr bereits geschehen, in den kommenden Jahren vornehmen zu können. Sonja Füllemann: «Die Gemeinde Buchs ist nicht reicher geworden, sie sieht nur reicher aus.»

Die FGPK-Präsidentin hob den Selbstfinanzierungsanteil (6 Prozent) und den Selbstfinanzierungsgrad (76 Prozent) speziell hervor. Diese seien problematisch und müssten im Auge behalten werden. Der Selbstfinanzierungsgrad gibt an, inwieweit Neuinvestitionen durch selbst erarbeitete Mittel finanziell verkraftet werden können. Gut und vertretbar wäre ein Wert von 80 bis 100 Prozent.

An der Einwohnerratsversammlung nahmen 36 der 40 Mitglieder teil. Unter der unkomplizierten Leitung von Ratspräsident Urs Zbinden wickelten sie den Rechenschaftsbericht und die Jahresrechnung 2013, immerhin ein 150 Seiten dickes Buch, im Schnellzugstempo ab. Die Abstimmungen erfolgten allesamt einstimmig. Ebenso einmütig wurde 13 Personen, darunter drei Jugendliche und drei Kinder, die Aufnahme ins Bürgerrecht der Gemeinde zugesichert.

Abwasserkanal ist nicht dicht

Der Abwasserkanal von Gränichen nach Aarau, 1960 von den Gemeinden Gränichen, Suhr, Buchs und Aarau Rohr erstellt, muss unbedingt ersetzt werden. Der Kanal, der Grundwasserschutzzonen durchquert, ist in miserablem Zustand und überlastet. Die neue Leitung werde, wie FGPK-Mitglied Dimitri Spiess ausführte, am äusseren Rand der Schutzzone durchführen. Da Buchs Standortgemeinde ist, hatte der Einwohnerrat über den Bruttokredit von 800 000 Franken zu befinden. Der Anteil von Buchs macht zulasten des Eigenwirtschaftsbetriebs Abwasserbeseitigung rund 92 000 Franken aus.

Wie Gemeinderat Toni Kleiber informierte, werden die Sozialen Dienste einer eingehenden Leistungsanalyse unterzogen, damit im Herbst dem Einwohnerrat die notwendige personelle Dotierung beantragt werden kann. Die externen Betreuer, die beigezogen werden mussten, werden noch bis Oktober beschäftigt.