Eidgenössisches Turnfest

Das grosse Fest des Breitensports – das sind die Tipps des Gesamtwettkampfleiters

Hat das Sportliche im Griff Gesamtwettkampfleiter Thomas Jäger.

Hat das Sportliche im Griff Gesamtwettkampfleiter Thomas Jäger.

Das eidgenössische Turnfest 2019 in Aarau bietet punkto Sport eine unglaublich breite Palette. Über 67 000 Turnerinnen und Turner messen sich in zahlreichen Disziplinen und Stärkeklassen.

Ein kurzer Blick auf die offizielle App des eidgenössischen Turnfests reicht, um sich im Dickicht des umfangreichen Sportprogramms zu verirren. Wer sich im Menu «Programm» beispielsweise durch den Bereich «Einzelwettkampf» wühlt, bekommt ein Gefühl dafür, wie komplex die Organisation dieses Mega-Sportevents sein muss. 74 Disziplinen werden da aufgelistet: von A wie Aerobic bis T wie Turnwettkampf. Insgesamt über 67 000 Turnerinnen und Turner aus 2300 Vereinen werden sich an zwei (verlängerten) Wochenenden untereinander messen. In Aarau wird im wahrsten Sinne des Worts das Fest des Breitensports gefeiert, bei welchem jeder Teilnehmer auf seine Art und Weise ein Star ist.

Kommt Giulia Steingruber?

Die tatsächlichen Stars, die bekannten Namen der nationalen Sportszene, wird man in Aarau – mit wenigen Ausnahmen – aber vergeblich suchen. Die Kunstturnerin Giulia Steingruber wäre ein prominenter Name. Die Teilnahme der Ostschweizerin ist nach dem im vergangenen Jahr erlittenen Kreuzbandriss aber mehr als unwahrscheinlich, obwohl sie offiziell gemeldet ist. Die Olympia-Medaillen-Gewinnerin wäre bei den Kunstturn-Wettkämpfen, welche sogar live im Schweizer Fernsehen SRF übertragen werden, zweifellos eine grosse Attraktion. Immerhin: Mit Pablo Brägger und Lokalmatador Oliver Hegi stehen zwei der besten Schweizer Kunstturn-Cracks am ersten Wettkampf-Wochenende in der Keba im Einsatz und werden für turnerische Weltklasse und eine gut besuchte Halle sorgen.

Fliegen Sie mit der Drohne zur Turnfest-Haupttribüne in Aarau (3. Juni 2019)

Fliegen Sie mit der Drohne zur Turnfest-Haupttribüne in Aarau (3. Juni 2019)

Das Eidgenössische Turnfest in Aarau kann schwungvoll starten: Ab dem 13. Juni geben sich rund 70'000 Turnerinnen und Turner ein Stelldichein. Die Organisatoren erwarten zur 76. Austragung des Turnfestes 150'000 Besuchende.

Wo aber soll man als Turnfest-Besucher angesichts des umfangreichen Programms und den vielen Wettkampf-Stätten seine Prioritäten setzen? Gesamtwettkampfleiter Thomas Jäger sagt, dass das natürlich grundsätzlich von den jeweiligen Präferenzen abhänge. Er gibt aber trotzdem seine persönlichen Tipps ab: «Ich würde am ersten Wochenende die Jugend-Vereinswettkämpfe im Schachen besuchen. Dort ist das Epizentrum. Der grösste Publikumsmagnet ist dabei sicher das Vereinsturnen, wo die Jugendlichen ihre Übungen an den Geräten präsentieren.»

Sehr spektakulär seien laut Jäger auch die Aerobic-Darbietungen auf der Hauptbühne oder die Gymnastik-Präsentationen. «Als angefressener Leichtathlet geht man vielleicht eher in die Telli und schaut den zahlreichen Zehnkämpfern und Siebenkämpferinnen bei deren Wettbewerben zu», fügt der Sportchef des Eidgenössischen Turnfestes an, ohne dabei die Spielturniere der Faustballer, Korbballer und Indiaca-Künstler zu vergessen. Jäger weiter: «Am zweiten Wochenende würde ich als Festbesucher auf die Vereinswettkämpfe der Aktiven setzen. Aus dem Aargau ist alles dabei, was Rang und Namen hat. Aber natürlich auch aus der ganzen Schweiz.»

Der wertvolle Know-how-Transfer

Wie komplex die Ausarbeitung des gesamten Wettkampfplans dieses sportlichen Grossanlasses war, zeigt der schiere zeitliche und personelle Aufwand, der betrieben werden musste. Die ersten Vorarbeiten begannen im August 2016. Die gesamte Wettkampfleitung umfasst 198 ehrenamtlich arbeitende Leute, von denen über 80 Prozent schon beim letzten Turnfest vor sechs Jahren in Biel im Amt waren. Dieser Know-how-Transfer war und ist für Thomas Jäger, der 2013 in derselben Rolle am Start war, natürlich Gold wert. 350 000 Wettkampfminuten mussten minutiös geplant werden unter der Berücksichtigung der Platzverhältnisse, der Vorstellungen aller Beteiligten (Jäger: «Die Spezialwünsche der Teilnehmer nahmen exponentiell zu») sowie des Ausbaus des Sportangebots.

Thomas Jäger ist auf jeden Fall «extrem stolz» auf die Teilnehmerzahlen. Die über 67 000 Meldungen bedeuten im Vergleich zu Biel 2013 eine Steigerung um 7000 Personen. In Zeiten der zunehmenden Individualisierung ein bemerkenswerter Trend.

Die Aargauer Vereine stellen sich vor:

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