Aarau
Das erneuerte Kraftwerk Rüchlig ist voll am Netz

Die Erneuerung des Aarauer Kraftwerks Rüchlig ist auf der Zielgeraden. Die Anlage produziert mittlerweile Strom, die Arbeiten sollen im Sommer abgeschlossen sein. Die Anwohner können nach drei Jahren aufatmen.

Hermann Rauber
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Jetzt werden die Gebäude fertig ausgebaut und die Umgebung rekultiviert.

Jetzt werden die Gebäude fertig ausgebaut und die Umgebung rekultiviert.

Katja Schlegel

Aufatmen im Aarauer Quartier Scheibenschachen: Nach rund dreijähriger Bauzeit geht die Erneuerung des Aare-Kraftwerks Rüchlig in die letzte Runde. Die gröbsten Immissionen sind damit vor allem für die «alteingesessenen» Bewohner im Raum Stockmattstrasse und für die wachsende Zahl von Neuzuzügern in der Aarenau überstanden. In den vergangenen Monaten haben weitere Maschinengruppen im Hauptkraftwerk sowie die Dotieranlage ihre Arbeit aufgenommen und produzieren wieder erneuerbare Energie aus Wasserkraft.

Letzte Phase hat begonnen

Laut der Bauherrschaft, dem Energiekonzern Axpo, hat nun die «letzte Phase» des Vorhabens begonnen. In den nächsten Monaten werden der Innenausbau der Gebäude fertiggestellt, die Umgebung der Anlage rekultiviert und diverse temporäre Installationen zurückgebaut. Erfolgreich waren gemäss Axpo die Grundwassermassnahmen für die Quartiere Scheibenschachen und Telli. Im Altarm der Aare und im Kanal fliesst wieder die «normale Menge an Wasser», die beiden Brunnen für die Kontrolle des Grundwasserspiegels konnten aufgehoben werden. Bewährt hat sich im regenreichen Sommer 2014 auch der neue Hochwasserschutz.

Grössere Boote können Kraftwerk passieren

Mit der Verlegung der Übersetzanlage auf die rechte Seite des Kanals ist es jetzt möglich, dass auch grössere Boote das Kraftwerk mühelos passieren können. Der neu erstellte Gehweg zwischen der Ein- und Auswasserungsstelle werde, so die Axpo, «bereits rege benutzt». Gleiches gilt auch für die Fische, die mit einem separaten Auf- und Abstieg das Wehr in beiden Richtungen gefahrlos überwinden können.

Was noch fehlt, sind die ökologischen Ausgleichsmassnahmen. In den kommenden Monaten werden die Zurlindeninsel und das angrenzende Konzessionsgebiet mit insgesamt neun Projekten aufgewertet und naturnah gestaltet. Dazu gehören Uferstrukturierungen, Fixierung von sogenannten Raubäumen, die Schaffung von Uferbuchten mit Seichtwasserzonen oder ein Amphibienteich. Die Massnahmen betreffen auch die Telli, soll es doch zum Beispiel künftig möglich sein, den Auenwald Summergrien «regelmässig zu überfluten».

Die Baukosten für den Neubau und die Erneuerung Rüchlig sind mit rund 130 Millionen Franken veranschlagt. Mit der erhöhten Leistung der Turbinen von 11 Megawatt wird das sanierte Kraftwerk jährlich rund 64 Gigawattstunden Strom produzieren und damit rund 14000 Haushalte versorgen können.