Buchs

Das Ende der Suhre-Wuhre ist nah

Die Wuhre sind ein Relikt aus dem (vor-)letzten Jahrhundert. Nun sollen sie weg.

Nach dem Scheitern des Eniwa-Projektes lässt der Kanton nächste Woche Sondierbohrungen durchführen.

In Buchs werden ab dem kommenden Montag an mehreren Stellen in der Suhre Sondierbohrungen durchgeführt. Und zwar dort, wo die alten Wuhre (Wehre) sind: in den Gebieten Siebemättli, Stampfi, Suhrematt und Lochergrien. Die Arbeiten dauern voraussichtlich vier Tage lang und können zu Behinderungen auf dem Aareuferweg führen.

Es geht um die Fischgängigkeit der Suhre

Hintergrund sind Bemühungen, die Suhre wieder komplett fischgängig zu machen. «Längsvernetzung», nennt das der Fachmann. Oder in diesem Fall die Fachfrau, Projektleiterin Nanina Blank vom kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt. «Nachdem die Eniwa ihr ursprünglich geplantes Kleinwasserkraftwerk-Projekt aufgegeben hat, ist es nun am Kanton, die Längsvernetzung zu projektieren und umzusetzen», sagt sie auf Anfrage.

«Derzeit läuft die Projektierung. In diesem Zusammenhang sind die Sondierbohrungen nötig. Wir wollen damit herausfinden, was für Material im Staubereich oberhalb der Wuhre vorhanden ist. Dafür sondieren wir in der Gerinnesohle; im Grund des Gewässers.»

Idealerweise, so Blank weiter, finde man dort gutes Kies-Material ohne organische oder chemische Belastungen. Und im besten Fall ist auch etwas gröberes und nicht nur feines Material darunter. «Feines Material ist später leicht erodierbar, wenn die Wuhre entfernt werden», erklärt Blank.

Aargauer Heimatschutz setzte sich für Wuhre ein

Gegen diese Entfernung der Wuhre, die bereits für die angedachten Kleinwasserkraftwerke nötig gewesen wäre, hatte sich 2015 der Aargauer Heimatschutz gewehrt. Die Wuhre, die bis etwa Anfang des 20. Jahrhunderts der Wasserkraftnutzung und der Wässerung der Matten dienten, sind mittlerweile in einem baulich schlechten Zustand. Der Aargauer Heimatschutz hatte gegen die Revision der Nutzungsordnung, welche zum Ziel hatte, den kommunalen Schutz dieser Kulturobjekte aufzuheben, Einsprache erhoben. Allerdings vergeblich.

Der Einwohnerrat Buchs entliess die Wuhre 2016 aus dem kommunalen Schutz. Wann genau sie wegkommen, ist allerdings noch unklar. Zum Zeitplan kann Blank derzeit nichts Konkretes sagen. Es wird sicher zuvor eine Baugesuchsauflage geben.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1