"Einbürgerungs-Nein: Funda-Yilmaz in der Titlis-Falle" titelte die "Aargauer Zeitung" ihren Artikel vom 26. Juni und beschrieb, wie einzelne Fragen der Einbürgerungskommission Buchs die junge Türkin in Verlegenheit und teils in Bedrängnis brachten. Dies berichtete die az aufgrund des Protokolls des Gesprächs, Aktennotizen und weiteren Dokumenten, welche der Zeitung von Anfang an vorlagen.

Der Fall über das Schweizermacher-Opfer Yilmaz sorgte über die Region hinaus für Kopfschütteln. Bis weit in rechte Kreise hinein setzte man ein Fragezeichen hinter die Art der Befragung und dem ablehnenden Einbürgerungsentscheid, zumal Funda Yilmaz einen einwandfreien Leumund hat und den Staatskundetest fehlerfrei meisterte. Sogar Hardliner Andreas Glarner sagte im "Talk Täglich" auf Tele M1: «Ich wünsche ihr, dass sie Schweizerin wird. Und gegenüber Yilmaz: «Sie sind wahrscheinlich eine so gute Schweizerin wie wir alle.»

Nur wenige, etwa CVP-Präsidentin Marianne Binder, verteidigte die Buchser Einbürgerungskommission und kritisierte in einem az-Leserbrief: "Wenn es Schule macht, dass Einbürgerungswillige mit selektiver Information aus Protokollen die Öffentlichkeit für sich instrumentalisieren und Sturm laufen gegen Behörden, welche sich nicht äussern dürfen, dann frage ich mich, wo die Gerechtigkeit bleibt."

Zur Transparenz und damit sich jeder selber ein Bild machen kann, veröffentlicht die az hier das ganze Befragungsprotokoll und weitere Dokumente zum Fall. Auch die "Schweizer Illustrierte" publiziert in ihrer jüngsten Ausgabe das Gespräch der Kommission mit Funda Yilmaz.

Anmerkung der Redaktion:

Funda Yilmaz wurde am 3. April 2017 für ein zweites Gespräch eingeladen, bei dem sie die Einbürgerungskommission nicht weiter überzeugen konnte. Unter anderem hält die Kommission fest:

  • Frau Y. kann nur sehr lückenhaft über die Abfallentsorgung Auskunft geben. Es braucht viele Rückfragen unsererseits. Schlüsselbegriffe (Grünabfuhr, Pet-Flaschen usw.) nennt sie nur ganz wenige.
  • Bei den Einkaufsmöglichkeiten in unserer Gemeinde kennt sie bloss Migros und Aldi (beides Grossverteiler, welche von vielen auch auswärtigen Kunden besucht werden). Läden im Zentrum von Buchs kann sie nicht nennen. Auch weitere Orte in Buchs kennt sie nicht (z.B.: Als Hundebesitzerin hat sie keine Ahnung vom Hundetraining im Buchser Wald, die Freizeitwerkstatt ist kein Begriff, usw.).
Downloadpdf - 793 kB

Der Einwohnerrat folgte der Kommission und lehnte die Einbürgerung ab. Funda Yilmaz hat gegen den Entscheid Rekurs eingelegt. (roc)

Ausschnitte aus der Sendung «TalkTäglich» mit Funda Yilmaz

(29.6.2017)