Aarau

Das Dessert ist schwerer als viele Pfader

Auch Zeltaufstellen will gelernt sein: Die einen hatten ihr Nachtlager im Nu bereit, andere nahmen die Hilfe ihrer Kollegen dankbar an.

Auch Zeltaufstellen will gelernt sein: Die einen hatten ihr Nachtlager im Nu bereit, andere nahmen die Hilfe ihrer Kollegen dankbar an.

Das kantonale Pfadilager im Schachen wurde zum Abenteuercamp für kleine und grosse Süsswasser-Kapitäne.

650 Pfadfinder haben die Anlage gekapert. «Ich glaube, die brauchen unsere Hilfe», sagt Peng und stupst einen Kollegen an. «Wir haben nicht einmal fünf Minuten gebraucht, um unser Zelt aufzustellen.» Der Brugger Pfadfinder weist auf eine Gruppe gegenüber.

Seit zehn Minuten versuchen dort vier Jugendliche, ihr Nachtlager vorzubereiten. Noch steht nur das Skelett, darum herum reiht sich am Samstagabend bereits Zelt an Zelt. Genau wie die Krawatten der einzelnen Aargauer Abteilungen erstrahlen sie in den verschiedensten Farben.

Gelb und rot ist das grosse Essenszelt in der Mitte. Nicht ohne Grund: Es sind die Farben der Pfadi St. Georg Aarau. Nach 10 Jahren organisiert sie das Lager erstmals wieder. 100 Helfer sind seit Mittwoch beinahe rund um die Uhr im Einsatz.

Auf Kreuzfahrt durch den Aargau

Sie haben unter anderem mit Baumstämmen und Holzlatten das Kreuzfahrtschiff «MS Bott» aufgebaut oder sind seit Freitag an der Vorbereitung des grossen Gala-Diners. Dort warten kulinarische und kulturelle Leckerbissen auf die jungen Camper. Das diesjährige kantonale Pfadilager steht ganz unter dem Motto Kreuzfahrt. Getreu dessen haben sich einzelne Helfer als Crewmitglieder verkleidet und führen durch das Programm.

Bereits am Samstagmorgen haben die Wettkämpfe zwischen den Abteilungen begonnen. Die «Pfader», also Zehn- bis Vierzehnjährige, haben bei einem Postenlauf ihr Bestes gegeben. «Der Wettkampf ist immer spannend», sagt Kapitän und OK-Präsident Dominic Zimmerli, «Favoriten gibt es keine». Das Gewinnen stehe sowieso nicht im Mittelpunkt, sondern der Spass am Wettkampf. «Hier kann man seine Freizeit einmal auf eine andere Weise verbringen», so Zimmerli.

Je nach Altersstufe verbringen die Jugendlichen ein bis zwei Tage in der freien Natur. Ganz ohne Computer und Ladestation fürs Handy. Das dürfte nicht für alle so einfach sein, doch: «Es ist nicht die Idee, dass man in jeder freien Minute am Natel ist», sagt Zimmerli, «die meisten stellen es über den Tag ab, um Akku zu sparen. Aber natürlich gibt es auch einige, die Solarladestationen dabei haben. Wir regeln das nicht.»

Gewissenhafte Vorbereitung

Alle Kinder und Jugendliche im Auge zu behalten, sei nicht einfach. «Darum haben wir auch den Bau der «MS Bott» von einem Konstrukteur überprüfen lassen. So kann nichts passieren.» Durch den Verein ehemaliger Pfadimitglieder könne man glücklicherweise auf Fachleute zurückgreifen. So auch auf einen Koch. Seit gut 24 Stunden ist dieser zusammen mit weiteren freiwilligen Helfern an der Zubereitung des Abendessens. Unter anderem wird man den hungrigen Pfadfindern am Samstagabend ein 50 Kilogramm schweres Caramelköpfli serviert.

Davon übrig bleiben wird wohl kaum etwas. Das Geklapper des Geschirrs und das aufgeregte Plappern der Pfadfinder ist an diesem Abend weit über den Schachen zu hören.

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