Einmal vor tausenden Zuschauern an einem grossen Open Air spielen, das ist wohl der Traum jeder Newcomerband. Soliloquies aus Aarau haben das geschafft: Die vierköpfige Metalband ist diesjähriger «Roof.Bandit»-Gewinner von Red Bull und darf an drei Schweizer Open Airs auf dem Dach des Red-Bull-Busses spielen. Ein Riesenerfolg für eine Band, die seit nicht einmal einem Jahr zusammen Musik macht.

Zwei Open Airs haben sie schon hinter sich, die «Bad Bonn Kilbi» und die «Fête de la Musique» in Lausanne. Am 21. Juli steht der Auftritt am Open Air Lumnezia in Degen an, dem grössten der drei Festivals.

Video mit Kartonmännchen

Mit einem Sieg hätten sie anfangs nicht gerechnet, erklärt Sängerin Jacqueline «Lilou» Schneider: «Vorgabe war, einen Videoclip zu einem Song von uns einzuschicken. Wir waren viel zu spät dran und haben das Video innerhalb weniger Tage zustande gebracht – ein Stop-Motion-Film mit selbst gebastelten Kartonmännchen von uns.»

Das Voting fand per Facebook statt – ein leichtes Spiel in der Zeit von Social Media könnte man meinen. Doch dem war nicht so: «Wir sind alle nicht bei Facebook und mussten alle unsere Freunde offline mobilisieren», so Bassist Stefan Thut. Besonders kreativ war die Idee von Jacqueline: «Ich habe sogar Leuten auf der Strasse Flyer verteilt mit der Aufforderung, sie sollen für uns voten. Und ich habe jedem, den ich irgendwann einmal getroffen habe, und von dem ich eine Nummer besitze, eine SMS geschickt!»

Über Inserat zur Band gestossen

Selbst Gebasteltes scheint der Band Glück zu bringen: Gitarrist Dominik Berger stiess über ein gezeichnetes Inserat von Jacqueline zu Soliloquies: «Ich war damals gerade frisch nach Aarau gezogen und freute mich darauf, wieder Musik machen zu können und coole Menschen kennen zu lernen.»

Bassist Stefan gab sogar seine Position in einer anderen Band auf, um bei Soliloquies dabei sein zu können: «Ich war mit einer Kollegin von Dominiks Freundin an einem Konzert und sie erzählte mir, dass sie noch einen Bassisten suchten. Als ich die anderen kennenlernte, war für mich klar, dass ich Teil der Band sein will. Wir harmonieren als Musiker untereinander extrem gut und können dadurch kreativ und entspannt arbeiten.»

Eine Karriere als Profimusiker ist aber nicht das Hauptziel: «Sobald eine Leidenschaft zum Müssen wird, kann man nicht mehr gleich gut arbeiten», so Schlagzeuger Martin Fischer, das jüngste Bandmitglied. «Das wäre schade. Aber falls sich eine gute Möglichkeit ergibt, sähe das vielleicht wieder anders aus.»

www.myspace.com/soliloquiesband