Aarau
Das Cross-Country-Rennen im Aarauer Schachen hinter den Kulissen

Auf der Bahn galoppieren die Pferde. Auf der Tribüne sitzt das Publikum. Und dahinter? Das Geschehen hinter den Kulissen schildert eine Läuferin: Auch sie muss pünktlich am Ziel sein.

Laura Rufer
Merken
Drucken
Teilen
Vorne die Rennpferde - und was läuft im Rücken der Zuschauer ab? Läuferin Laura Rufer beim Boxenstopp am Kopiergerät.

Vorne die Rennpferde - und was läuft im Rücken der Zuschauer ab? Läuferin Laura Rufer beim Boxenstopp am Kopiergerät.

E. Freudiger / zvg

Betrieb hat es am Renntag immer. Hinter den Kulissen geht die Arbeit früh los. Wenn ich kurz nach 12 Uhr eintreffe, sind schon viele bei der Arbeit. Ein Junge verteilt Programme, Mitarbeiter der Securitas bewachen die Eingänge, drei Mitarbeiter stehen im Tagessekretariat. Ein weiterer Teil der Belegschaft ist an der Rennleitungssitzung, wo letzte Änderungen besprochen werden.

Ich melde mich an und beginne nach dem Ende des 1. Rennens mit meiner Arbeit. Meine erste Anlaufstelle ist der Totalisator, welcher für die reibungslosen Abläufe des Wettgeschäfts zuständig ist. Er händigt mir die Eventualquoten aus, die ein Bote gebracht hat. Jetzt gehts zum Rennleitungsbüro, welches sich oberhalb der Tribüne befindet. Auf dem Weg dahin komme ich am Büro des Speakers und dem Presseraum vorbei. Der Speaker besitzt einen Briefkasten. Ich werfe eine Kopie der Eventualquoten ein. Das Original erhält die Rennleitungssekretärin.

Beine müssen Verspätung wett machen

Jetzt händigt mir der Richter das Zielfoto aus. Ist das Ergebnis nicht eindeutig, kommt es oft mit Verspätung – die ich mit rennen wieder wettmache. Eine Kopie bekommt der Speaker. Die zweite erhält der Totalisator. Der Speaker benötigt sie, um dem Zuschauer den definitiven Einlauf mitzuteilen, während der Totalisator per Funk einer Kollegin den Einlauf durchgibt. Nach der Eingabe dieser Daten im System können die Gewinner der Wette ihre Belohnung abholen. Der Totalisator händigt mir drei Zettel mit den Gewinnen aus, die ich zum Speaker, zur Rennleitungssekretärin und zum Richter bringe. Zum Schluss hänge ich den definitiven Einlauf und das Zielfoto auf. Schon folgt das nächste Rennen und ich lege von vorne los.

Das letzte Rennen ist das beliebteste

Es gibt noch viel mehr Mitarbeiter, die im Hintergrund arbeiten: der Dopinggehilfe, die Kinderbetreuerinnen oder die Abwägerinnen. Das Tagesgespräch untereinander sind mögliche Gewinnerpferde, aber auch die Zuschauerzahlen. Es wird spekuliert, welches Rennen am meisten Anklang finden wird. Das letzte Rennen, das Cross-Country, steht hoch im Kurs. Es gilt mit seinen vielen Hindernissen als spannendstes Rennen. Der Verlauf kann nie vorhergesehen werden. Ein Sturz ist nach jedem Hindernis möglich. Auch dass das Pferd ausbüxt, kommt nicht selten vor. Dies sorgt für Spannung.

Beleidigte Jockeys

Die Stimmung unter den Helfern ist meist gut. Dafür sind die Jockeys manchmal muffig. Denn wenn sie gegen eine Regel verstossen, werden sie bestraft. Wenn einer beispielsweise mehr als drei Peitschenschläge pro Rennen abgibt, so kostet ihn dies mindestens 100 Franken. Bei schwereren Vergehen kann ein Jockey für das nächste Rennen oder gleich die ganze Saison gesperrt werden.

So verlassen die Leute die Rennbahn ganz unterschiedlich: die Sieger und Wettkönige glücklich, die Bestraften und Pechvögel verstimmt. Und die Helfer? Sie sind zwar müde, aber ihren Lohn haben sie auf sicher in der Tasche.

Pferderennen im Schachen Aarau am Sonntag 25. Mai: Erstes Rennen um 13 Uhr.