Es ist eines der erfolgreichsten Gastrounternehmen auf dem Platz Aarau. Frequentiert wird das «Coffee House» vorwiegend von Jungen, der Frauenanteil ist überdurchschnittlich hoch. Das im Kasinopark gelegene Starbucks ist derart im Trend, dass sich vor der Bar oft Schlangen bilden, häufig sogar bis aus dem Haus hinaus. Man wartet beispielsweise für einen Caffè Latte (ab 5.90 Franken) oder einen Frappuccino (ab 6.40 Franken).

Dieses Starbucks war 2006, als es eröffnet wurde, einzigartig: das erste im Mittelland. Und es ist auch heute noch aussergewöhnlich: wegen seiner grossen Terrasse (121 Plätze draussen, 31 drinnen) und wegen seiner Lage mitten im Park. Zudem hat es im Kanton Aargau nur drei Starbucks: Neben Aarau gibt es je eines im Bahnhof Baden und im Shoppi Tivoli Spreitenbach. Über weitere Eröffnungen liegen aktuell keine Informationen vor.

Erst das amerikanische Rezept brachte den Erfolg

Mit 13 Jahren war das Starbucks Aarau etwas in die Jahre gekommen. Eines der letzten in der Schweiz mit dem alten Design und den alten Einrichtungen. Deshalb wurde das «Coffee House» Anfang der Sommerferien totalerneuert, der Pavillon weitgehend ausgeweidet. Zudem gab es neue Möbel auf der Terrasse.

Das Design basiert auf einem internationalen Konzept, entworfen vom «Starbucks EMEA Design Team» (EMEA steht für Europa, Naher Osten und Afrika). Es wurde von einem regionalen Team an die Aarauer Verhältnisse angepasst. Auffällig sind etwa die durchweg runden oder gerundeten Tische. «Die Innenräume wurden so gestaltet, dass sie der Form dieses speziellen Gebäudes mit seiner hohen Verglasung folgen. Die Verglasung schafft eine Kontinuität zwischen aussen und innen», heisst es. Und: Gravierte Holzverkleidungen in Kombination mit Messingdetails verleihen dem Raum Struktur und Wärme.»

Von den schweizweit 55 Starbucks-Kaffeehäusern werden 7 im Franchisesystem (Externe haben eine Lizenz) betrieben. 48 gehören dem US-Konzern – darunter auch dasjenige in Aarau. Starbucks ist eingemietet in einem Gebäude, das zwei Aarauer Investoren 2004 im Baurecht auf städtischem Land erstellt haben. Im Gebäude befand sich anfänglich das Restaurant «Le Pavillon». Es lief nicht nach Wunsch – so richtig ab ging es an diesem Standort erst, als mit Starbucks ein Stück Amerika kam. Als die Fassade von Weinrot auf Grün umgespritzt wurde.

Seit dem 1. August ein neuer Chef

Starbucks hat in Aarau nicht nur gross investiert (Betrag geheim), sondern auch einen neuen Chef in den Kasinopark geschickt. Seit dem 1. August ist Marco Schwarz (26) Store-Manager (so heisst der Leiter des «Coffee House»). Der Baselbieter hat eine klassische Starbucks-Karriere hinter sich: Nach dem KV und einem einjährigen Sprachaufenthalt in San Francisco heuerte er beim US-Konzern an. In Basel, als Barista, die Einstiegsfunktion. Dann war er zwei Jahre Schichtleiter in Zürich und zuletzt Store-Manager in Basel.

Der Job in der Systemgastronomie gefällt Marco Schwarz: «Er gibt mir die Möglichkeit, mich sowohl auf professioneller als auch auf persönlicher Ebene zu entwickeln.» Oberste Priorität habe natürlich das Wohl der Gäste. Ein Store-Manager erstelle Dienstpläne, setze Promotionen um, arbeite mit Partnern im District zusammen. «Ausserdem spielen die Mitarbeitertrainings eine grosse Rolle und auch der Rekrutierungsprozess», so Marco Schwarz. Starbucks beschäftigt auf dem Platz Aarau aktuell zehn Personen (zum Teil in Teilzeit). Es habe offene Stellen, das Team werde vergrössert, sagt Schwarz.

Abends frühe Polizeistunde

Das Starbucks ist an sieben Tagen in der Woche geöffnet. Abends nur bis 19 Uhr respektive bis 20 Uhr (Do, Fr, Sa). Die «Coffee House» waren Pioniere des Free WLAN, im renovierten Lokal hat es viele Steckdosen (inklusive USB-Anschlüsse). Neben den Kaffeespezialitäten gibt es auch ein beschränktes Angebot an Speisen. Vom Cheesecake (ab 5.90 Franken) bis zum «House Chicken Salad» (mit 10.90 Franken die teuerste Speise). Das Restaurant ist auch ein Geschäft, das Bohnenkaffee (12 Sorten) verkauft.

Aargauer Gastro-News 2019