Aarau

Das «Chiletaxi» wird im ersten Anlauf ausgebremst

Die Kirchgemeinde hofft, per Anfang März mit dem «Chiletaxi» starten zu können.

Die Kirchgemeinde hofft, per Anfang März mit dem «Chiletaxi» starten zu können.

Um gehbehinderten Menschen den Gottesdienstbesuch zu erleichtern, wollte die reformierte Kirche Aarau Ende Januar einen Taxidienst einführen. Doch das ist nicht so einfach.

Wer nicht mehr gut zu Fuss ist, für den ist der Weg zur Stadtkirche Aarau für den Gottesdienst am Sonntagmorgen beschwerlich. Da können selbst die paar hundert Meter über das Kopfsteinpflaster von den Bushaltestellen «Rathaus» oder «Holzmarkt» oder von den nächstgelegenen Parkplätzen bis zum Kirchplatz ein unüberwindbares Hindernis sein. Das soll nicht so sein, fand das Pfarrteam und hat die Idee eines «Chiletaxis» lanciert. Der Weg solle schliesslich nicht der Grund sein, dass die Leute den Gottesdienst nicht mehr besuchen. Doch die Umsetzung ist nicht so einfach.

Zwar hat die Kirchenpflege dem Antrag des Pfarrteams zugestimmt. Geplant war, ab Ende Januar einen halbjährigen Versuchsbetrieb zu starten. So hatte die Kirchenpflege das auch Anfang Januar im Kirchenblatt «Reformiert» vermeldet. Doch daraus wird nichts, das für das «Chiletaxi» ausgewählte Taxiunternehmen hat im letzten Moment abgesagt.

Lösung per Anfang März?

Ersatz konnte auf die Schnelle nicht organisiert werden, wie Andreas Urech, Geschäftsleiter der reformierten Kirchgemeinde, sagt. «Verschiedene Anfragen sind noch offen, aber zwei Taxiunternehmen haben bereits aufgrund der mangelnden Kapazität abgesagt.» Ziel bleibe es trotzdem, das «Chiletaxi» als Versuch einzuführen. «Wir hoffen, dass wir per Anfang März eine Lösung finden», so Urech. Sollte sich kein Taxiunternehmen finden, so würde sich vielleicht eine oder mehrere Privatpersonen anerbieten, den Fahrdienst für die handicapierten Gottesdienstbesucher zu übernehmen.

Kein Gratis-Fahrdienst

Es ist nicht der erste Versuch der Kirchgemeinde, einen solchen Fahrservice einzuführen. Vor einiger Zeit hatte man bereits einen Busbetrieb organisiert. Da dieser aber auf einer fixen Route und mit einem fixen Fahrplan verkehrte, war das Bedürfnis nicht ausreichend vorhanden. Wie viele Fahrten nun heute mit einem Taxidienst gefragt sein würden, ist laut Urech völlig offen. «Das ist sehr schwer abschätzbar. Es kann sein, dass die Nachfrage sehr gross ist, es kann aber genau so gut sein, dass das Taxi keinem Bedürfnis entspricht.» Genau das solle der auf ein halbes Jahr beschränkte Versuchsbetrieb zeigen.

Um Missbräuchen vorzubeugen soll der Taxidienst übrigens nicht gratis sein. Die Pauschale für die Fahrt würde für die Gottesdienstbesucher fünf Franken betragen, den Rest übernimmt die Kirchgemeinde. Urech: «Wir haben im Budget eine Reserve-Position für Unvorhergesehenes, über die die Fahrten abgerechnet würden.»

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