Public Viewing
«Das Brügglifeld ist ein wichtiger Ort, oder?» Der Bestatter schaut beim FC Aarau vorbei

Nach den Dreharbeiten im Herbst feierte die Folge aus dem FCA-Heimstadion endlich Premiere. Zum Public Viewing am Tatort kamen auch zwei Hauptdarsteller.

Sebastian Wendel
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«Der Bestatter»: «Der Unbestechliche», Folge 5, Staffel 6
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 Schnuppert sich ins Jenseits: Luc Conrad (Mike Müller).
 In einer Dusche im Brügglifeld liegt ein toter Schiedsrichter. Um ihn herum stehen Gerichtsmediziner Dr. Alois Semmelweis, Kommissarin Anna-Maria Giovanoli, Kommissar Reto Doerig, sowie die Bestatter Luc Conrad und Fabio Testi.
 Wittert das grosse Geschäft: Andreas Berger als Fabian Krüger.
 Schwierige Verhältnisse bei der Familie des ermordeten Schiedsrichters: Barbara Terpoorten als Anna-Maria Giovanoli, Tessie Tellmann als Lisa Renner, Scherwin Amini als Tom Renner
 Demenzkranke Mutter des Ermordeten: Tessie Tellmann als Lisa Renner.
 Für Fussballer verboten: Scherwin Amini als Tom Renner (l.), Kay Kysela als Nick Fleischmann (r.)
 Verschwörung im Gewächshaus: v.l. Bettina Stucky als Mia Lehmann, Andreas Behringer als Fabian Krüger und Peter Lohmeyer als Dr. Josef Makowsky.
 Vergänglicher Moment der Liebe: Reto Stalder als Fabio Testi und Tabea Buser als Lilly Berghoff
 Nach dem Spiel ist vor dem Spiel: Kay Kysela als Nick Fleischmann (Mi.), Daniel Rohr als Max Renner (r.)
 In der Aarauer Fankurve: Ignaz Semmelweis, Dr. Alois Semmelweis und Kommissar Reto Doerig.
 Dubioses Duo: Sira Topic als Mimma Casteliano und Giuseppe Rizzo als Mario Harder.
 Ärger liegt in der Luft: Daniel Rohr als Max Renner (li.), Giuseppe Rizzo als Mario Harder (hinten).
 Unzimperliche Erpresser: Kay Kysela als Nick Fleischmann (sitzend), Giuseppe Rizzo als Mario Harder, Sira Topic als Mimma Casteliano
«Der Bestatter»: «Der Unbestechliche», Folge 5, Staffel 6 Sind auf einer heissen Spur: Bestatter Conrad und Kommissar Doerig.

«Der Bestatter»: «Der Unbestechliche», Folge 5, Staffel 6

SRF/Sava Hlavacek

Der Bestatter im Brügglifeld – aber keine Angst, der Patient FC Aarau lebt noch. Er war es sogar selber, der trotz ungemütlicher sportlicher Lage die Anfrage vom Kanton bejahte und Conrad, Testi, Giovanoli, Doerig, Semmelweiss und Co. in sein Heimatstadion einlud. Im August und Oktober 2017 wurde im Brügglifeld mit über 250 Statisten, die meisten davon FCA-Fans, gedreht. Ebenfalls am Set: Spieler und Betreuer der Profimannschaft. Den Bericht dazu gibts: Hier!

Am Dienstagabend 30. Januar 2018 hatte das Warten endlich ein Ende: Erstausstrahlung von Folge 5 in Staffel 6. Wenn schon dem schönsten Fussballstadion der Welt die Ehre zukommt, Tatort in der Kultserie zu sein, dann soll dies gefeiert werden – auf diese Idee kam man beim FC Aarau und lud zum Public Viewing im Stadion-Restaurant. Inklusive Meet & Greet mit Barbara Terpoorten alias Anna-Maria Giovanoli und Martin Ostermeier alias Dr. Alois Semmelweis. Für 25 Franken Eintritt, der Gewinn fliesst aufs Konto der Spendenaktion «meinstadion.ch».

Bestatter schauen im Brügglifeld-Restaurant

Bestatter schauen im Brügglifeld-Restaurant

Severin Bigler

Gekommen sind gut 70 FCA- und Bestatter-Fans. Vor dem Hauptakt verrieten Terpoorten und Ostermeier im launischen Gespräch mit FCA-Medienchef Remo Conoci, dass sie das Brügglifeld als speziellen Drehort in Erinnerung halten werden.

«Die meisten Drehorte im Aargau waren besonders, so auch das Stadion hier. Vielleicht schaue ich mit meiner Familie mal an einem Spiel vorbei», sagte Terpoorten, die sich offen und ehrlich als Fussball-Laiin outete: «Als Walliserin kenne ich den FC Sion – ist das hier genehm?», fragte sie in die Runde und fügte nach dem Raunen im Publikum an: «Das war natürlich ein Witz.»

Kein Witz, aber trotzdem ein Lacher war ihre Antwort auf die Frage, wie viel Terpoorten in der Filmfigur Giovanoli stecke: «Mi richtig Ma isch doch echli andersch!» Hintergrund: Im Film hat die Ermittlerin eine On-Off-Beziehung (momentan On) mit Bestatter Luc Conrad.

FCA-Medienchef Conoci (Mitte) im Gespräch mit Barbara Terpoorten und Martin Ostermeier

FCA-Medienchef Conoci (Mitte) im Gespräch mit Barbara Terpoorten und Martin Ostermeier

Severin Bigler

Martin Ostermeier begann seine Rede taktisch clever mit der in dieser Runde rhetorischen Frage: «Das Brügglifeld ist ein sehr wichtiger Ort im Kanton, oder?»

Er teilte den FCA-Fans sein Mitgefühl in den aktuell schwierigen Zeiten mit und sagte: «Ich kenne das als Fan des FC Nürnberg, die Leidensfähigkeit muss bei so einem Klub schon gegeben sein. Aber das Gute ist: Es geht auch wieder aufwärts.»

Die ganze Klischee-Palette

Punkt 20.05 Uhr, nach Fleischkäse mit Kartoffel- und Nüsslisalat, wirds still im Stadionrestaurant, die Folge mit dem Titel «Der Unbestechliche» beginnt. Ein typischer «Bestatter»: vorhersehbar, aber doch unterhaltsam. Fernab der Realität, aber doch für jedermann nachvollziehbar.

Die Macher nutzten die Gunst der Stunde und pressten so ziemlich alle Fussballer-Klischees in die knapp 60 Minuten: Motzende und theatralisch fallende Spieler, durch die Wettmafia getürkte Resultate und ein schwuler Goalie, der sich ein besonders krasses Tattoo stechen lässt, um den Anschein eines besonders krassen Macho zu erwecken.

Bestatter schauen im Brügglifeld-Stadion

Bestatter schauen im Brügglifeld-Stadion

Severin Bigler

Im Publikum kommt vor allem dann Regung auf, wenn das bekannte Gelände im und ums Brügglifeld Schauplatz ist und die bekannten Gesichter der FCA-Spieler auf der Leinwand erscheinen. Etwa, als Verteidiger Pascal Thrier mit traurigem Blick einen FCA-Wimpel in den Sarg mit dem toten Schiedsrichter legt.

Nach der Auflösung des Rätsels um den toten Schiedsrichter in der Dusche ist da und dort Erleichterung auszumachen: Das friedliche Brügglifeld ist doch nicht Schauplatz eines brutalen Mordes, zum Tod des Unparteiischen geführt hat nämlich ein Unfall.

Zum Nach- oder Nochmalsschauen: Episode 5 von «Bestatter»-Staffel 6: