Zuschlag

Das Aarauer Maienzug-Bankett wird neu vergeben – und künftig zeitgemäss daherkommen

Das erste ordentliche Vegi-Bankettmenu gab’s am Maienzug 2019. Der Gemüsestrudel kam sehr gut an.

Das erste ordentliche Vegi-Bankettmenu gab’s am Maienzug 2019. Der Gemüsestrudel kam sehr gut an.

Schluss mit Kartoffelstock? Die Kommission will «zeitgemässe Ideen». Über zehn Jahre lang war die Firma Gourmelino für das Bankett zuständig.

Traditionsanlässe sind nicht für ihre Innovationen bekannt. Auch der Maienzug nicht, und erst recht nicht das Bankett auf der Schanz. Dass es anno 2019 erstmals ein Vegi-Menü gab (Gemüsestrudel) zu den ordentlichen Menüs (Geschnetzeltes an Pilzsauce mit Kartoffelstock) war eine Neuerung epochalen Ausmasses. Und nun könnte alles nochmals ganz anders werden: «Der Stadtrat hat auf Antrag der Maienzugkommission beschlossen, das Bankett neu auszuschreiben», teilt die Stadt mit. Und: «Das Menü soll angepasst werden und künftig zeitgemäss daherkommen.»

Über zehn Jahre lang war die Firma Gourmelino für das Bankett zuständig. Sie kann sich auch jetzt wieder bewerben. «Der Stadtrat sucht für die Durchführung des Festbanketts ein Catering-Unternehmen mit entsprechender Erfahrung und zeit­gemässen Ideen», heisst es in der Mitteilung. Es bestehe auch die Möglichkeit, zusätzlich die Abendbewirtung auf der Schanz auf eigene Rechnung zu übernehmen. Von 18 bis 2 Uhr gibt es auf dem Festplatz ein Abendprogramm mit Tanzmusik.

Wer auch immer den Zuschlag erhält – das Auftragsvolumen ist beachtlich. Zwischen 100'000 und 125'000 Franken pro Jahr, je nach Wetter und Gästezahl, schätzt Stadträtin und Maienzugkommissionspräsidentin Suzanne Marclay-Merz. «Bei schönem Wetter dürfen wir jeweils gegen 4000 Bankettbe­sucherinnen und -besucher empfangen.» Der Vertrag wird für fünf Jahre ausgestellt, mit Option auf Verlängerung für weitere fünf Jahre.

Ausschreibung per 2022

Ein Blick in die Ausschreibungsunterlagen zeigt, worauf die Maienzugkommission und der Stadtrat bei der Vergabe Wert legen. Zu den zwingenden Vor­gaben gehört die Verwendung von Mehrweggeschirr, von Schweizer Fleisch, saisonalen Produkten, Fairtrade-Kaffee und Mineralwasser mit Schweizer Herkunft. «In der Festwirtschaft müssen mindestens eine Schweizer Biermarke und je ein Aargauer Rot- und Weisswein im Angebot sein», heisst es ausserdem in den Teilnahmebedingungen.

Der Stadtrat hat das Bankett erst per 2022 ausgeschrieben. Heisst das etwa, das Bankett fällt 2021 ins Wasser, wie schon fast der gesamte Maienzug 2020? «Aufgrund der aktuellen Situation ist es noch nicht ganz sicher, ob das Maienzug-Bankett 2021 in traditioneller Form stattfinden kann», sagt Suzanne Marclay. Die Bewerber in der Ausschreibung sollen sich jedoch mit einer «Normalsituation» befassen. «Die Ausschreibung per 2022 erlaubt uns eine flexiblere Planung für das Jahr 2021.»

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