Aarau
Das Aarauer Altersleitbild wird überarbeitet

Es sei an der Zeit zu prüfen, ob das Altersleitbild der Stadt noch den Bedürfnissen entspricht. Dies erklärte Stadträtin Angelica Cavegn Leitner an der Forära-Versammlung.

Hubert Keller
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Die für das Ressort Soziales, Alter und Gesundheit zuständige Stadträtin Angelica Cavegn Leitner.

Die für das Ressort Soziales, Alter und Gesundheit zuständige Stadträtin Angelica Cavegn Leitner.

ZVG

Das Forum der Älteren Aarau, kurz Forära, beobachtet mit Argusaugen, ob und wie der Stadtrat das Altersleitbild umsetzt. Und so konnte es nicht verwundern, dass die Forära-Mitglieder aufhorchten, als Stadträtin Angelica Cavegn Leitner an ihrer Versammlung im Zwinglihaus die Überarbeitung das Altersleitbildes ankündigte. Sie konnte aber beruhigen: «Das Altersleitbild bildet eine gute Grundlage für die Alterspolitik der Stadt.» Allerdings sei es an der Zeit zu prüfen, ob es den aktuellen Bedürfnissen noch angepasst sei. Der Forära-Vorstand hatte in seinem Jahresbericht immerhin mit Genugtuung festgestellt, dass «die Aktivitäten der Stadt im Bereich Alter neu an den Leitsätzen des Altersleitbildes gemessen» würden.

Tatsächlich orientiert sich die Stadt wieder vermehrt an den übergeordneten Zielen und ist weniger darauf fokussiert, die gegen detailliert aufgelisteten sechzig Massnahmen abzuhaken. «Für eine bedarfsgerechte Alterspolitik sind Flexibilität und Anpassung an sich verändernde Gegebenheiten dringend notwendig», hat Cavegn bei anderer Gelegenheit festgestellt. Die Überarbeitung des Altersleitbildes war übrigens bereits im vergangenen Jahr vorgesehen und wird jetzt unter der Leitung der Fachstelle Alter und in Zusammenarbeit mit der Alterskommission, in der Forära mit Ruth Grathwohl vertreten ist, vorgenommen.

Golatti und Herosé im Fokus

Die wachsende Altersgruppe «60 plus» hat besondere und sich wandelnde Bedürfnisse, aber auch vielfältige Lebensentwürfe, Erfahrungen und Kompetenzen. Sieht dies der Stadtrat auch als Chance, wollte Forära von der für das Ressort Soziales Alter und Gesundheit zuständigen Stadträtin wissen. Wie engagiert sich der Stadtrat in den unterschiedlichen Bereichen für eine innovative Alterspolitik?

Politik auf kommunaler Ebene hat sehr viel mehr mit Pragmatismus als mit Visionen zu tun. Cavegn legte deshalb in ihrem Referat vor allem dar, wie die Alterspolitik strukturell organisiert ist. Im Übrigen verwies sie darauf, dass der Stadtrat daran ist, die Reglemente der Heime Golatti und Herosé zu revidieren. Geklärt wird zudem die künftige Trägerschaft der Heime. Bis Mitte
Juni, so Stadträtin Cavegn, sei eine Auslegeordnung zu erwarten. Darauf basierend, werde entschieden, ob die beiden städtischen Heime verselbstständigt werden. Solange die Trägerschaft nicht geklärt ist, liegt der Kredit für die Sanierung des Heims an der Milchgasse auf Eis.

Im November 2014 hat der Einwohnerrat die Motion für ein Generationenhaus überwiesen. Gegenwärtig sei man daran, die Umsetzung eines Generationen-Treffpunktes in der Stadtbibliothek zu prüfen, sagte Cavegn. Federführend ist die Stadtbibliothek, Forära ist an den Abklärungen beteiligt.