Grippe

Darum ist Impfen in Aarau aufwändiger als ein Coiffeurbesuch

Grippeimpfung.

Grippeimpfung.

Wer keinen Hausarzt hat, muss einen Umweg in Kauf nehmen. Denn Aarau hat keine Klinik, in der man sich von früh bis spät impfen lassen kann.

Impfen ist in der Hauptstadt noch immer aufwändig. Zumindest für jene, die keinen Hausarzt haben oder sich am Arbeitsort schnell gegen die Grippe schützen lassen wollen. Aarau hat keine Permanence wie Zürich und Luzern oder eine Praxis wie das Kantonsspital Baden, in der sich jeder bis spätabends behandeln lassen kann.

Das Kantonsspital Aarau impft das eigene Personal und seine Patienten, aber keine externen Personen. «Wir haben kein Impfzentrum», sagt Manuela Bühlmann, Oberärztin der Infektiologie, «sondern ein Abkommen mit den Hausärzten – wir verweisen die Leute an ihren Hausarzt». Wer keinen habe, sei gut beraten, sich
einen zu suchen.

Doch eine Umfrage bei den Aarauer Hausärzten zeigt: Sie impfen auch Personen, deren Namen nicht in
ihrer Patientenkartei stehen. Unter zwei Bedingungen: Impfen lassen kann man sich nicht einfach von der Medizinischen Praxisassistentin, sondern muss – zumindest gemäss Vorschrift – zunächst den Arzt konsultieren. Ausserdem verlangen die meisten Praxen bei Fremden eine Barzahlung.

Während die meisten Praxen erst vereinzelt Impfwillige verzeichnen, zählt man anderenorts schon bis zu 200 Personen. Doch auch dies sei nicht aussergewöhnlich, sagt die medizinische Praxisassistentin Sabina Kappeler der Praxis Gloor. Die Schweinegrippe von letztem Jahr hat die Bevölkerung offenbar nicht impffreudiger gemacht.

Heute ist nationaler Grippeimpftag

Ansteigen wird die Zahl der Geimpften wohl heute: Der 5. November ist der nationale Grippeimpftag. Impfwillige können sich ohne Voranmeldung bei verschiedenen Hausärzten für einen Pauschalpreis von 25 Franken gegen die Grippe schützen lassen. Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt dies besonders Personen ab 65 Jahren und solchen mit chronischen Leiden.

Schwangere lassen sich nicht häufiger impfen als früher, obwohl ihnen dies die Gynäkologinnen und
Gynäkologen empfehlen. Der Aarauer Frauenarzt Matti Kuronen stellt zwar fest: «Die Schwangeren sind sensibilisiert.» Bloss heisst das nicht, dass sie sich impfen lassen; einige, vom milden Verlauf der letztjährigen Schweinegrippe beeinflusst, würden sich nun sogar erst recht nicht impfen lassen wollen. «Alle aber wollen differenziert über die Pro und Kontras aufgeklärt werden», sagt Kuronen. «Eine normale Grippe ist relativ ungefährlich für Schwangere, dennoch überwiegen bei einer Impfung die Vorteile.»

Grippeimpftag Teilnehmende Hausärzte unter www.kollegium.ch/grippe/

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