Im Mittelpunkt des zweiten Aarauer Renntags 2016 standen die Traber. Hauptereignis des Tages war der mit 12 000 Franken dotierte Preis der Aarauer Gewerbetreibenden. Auf dem von einem Platzregen wenige Minuten vor dem Rennen begossenen Geläuf setzte sich der aus Dänemark stammende Rebus mit seinem Trainer Marcel Humbert im Sulky leicht durch. Er bescherte damit der sowohl im Trab- als auch im Galoppsektor aktiven bündnerisch-zürcherischen Besitzergemeinschaft Stall Allegra Racing Club den 100. Sieg in ihrer 17-jährigen Geschichte.

Der achtjährige braune Wallach hatte das damals noch schlicht Frühjahrs-Preis genannte Rennen vor Jahresfrist bereits einmal gewonnen – damals aber Start-Ziel. Diesmal war sich Marcel Humbert, der die ihm anvertrauten Pferde im Institut Equestre National Avenches vorbereitet, seiner Sache keineswegs so sicher. Rebus «hing» eine Runde vor Schluss auf zweiter Spur, «Nase im Wind», wie sich das im Fachjargon nennt. Eine Position, die niemand liebt, weil sie unökonomisch ist.

Doch dann fuhr die mit Ringen de Génétine aus dem hinteren Band gestartete Ex-Schöftlerin Barbara Aebischer-Schneider aussen an Rebus vorbei und schloss zum führenden Ramuntcho Fleuri auf. Dessen Fahrer, Jean-Bernard Matthey, der es liebt, seine Rennen von der Spitze aus zu fahren, zeigte aber keine Lust, Ringen de Génétine die Spitze zu überlassen.

So blieb nun Barbara Aebischer-Schneider aussen hängen – und Rebus «hatte einen Rücken», sprich: Im Schlepptau von Ringen de Génétine konnte Rebus nun Ressourcen sparen, die ihm auf der Einlaufgeraden dann noch zur Verfügung standen. Auf der Geraden löste sich der Allegra-Traber zügig vom Rest, sodass schon 200 Meter vor dem Ziel klar war, dass das Rennen – Unvorhergesehenes ausgeklammert – gelaufen war.

Mit zweieinhalb Längen Rückstand wurde Obsession Bi Zweiter, Barbara Aebischers Ringen de-Génétine folgte als bestes der mit 25 Metern Zulage gestarteten Pferde auf dem dritten Platz. Die andern Pferde aus dem hinteren Band, darunter Padolin, der Trabermeister 2014, schafften es nicht auf einen Geldrang, also nicht unter die ersten Sechs.

Be My Hope doppelt nach

Bei den Galoppern doppelte der 24-jährige Oberkulmer Michael Huber, vor zwei Wochen im Sattel von Be My Hope über Hürden bereits siegreich, nach. Famous Boy, geritten von Claudia Koller aus Bottenwil, lag bei ausgesprochen vernünftigem Tempo lange Zeit in Front. Als der von Chantal Zollet trainierte Be My Hope auf der letzten Runde beschleunigte, vermochte die Konkurrenz nicht mehr zu folgen. Zehn Längen und mehr betrugen die Abstände auf den Sieger.

Zu einem eher unerwarteten Siegritt kam Michael Huber im Jagrennen auf der leichten Bahn. It’s Holly aus dem Reinacher Trainingsquartier von Hansjörg Speck setzte sich überlegen um neun Längen gegen den italienischen Gast Medard durch, dies nachdem die Stute beim Hindernisdebüt in Avenches über Hürden nicht überzeugt hatte und angehalten worden war. Über die grünen höheren Sprünge im Schachen schien sie nun aber voll in ihrem Element zu sein.

Mehr Glück als vor zwei Wochen

Pech hatte Michael Huber im abschliessenden Cross Country als Reiter von Pilgrim. An dem bis dahin unfallfreien Renntag rutschte Umiro, mit Egisto gleichauf galoppierend, im Schönenwerder Bogen weg und Pilgrim konnte nicht mehr ausweichen, sodass es zur Kollision kam. Für beide Pferde und auch für Umiros Reiter Aurélien Rousse ging der Vorfall glimpflich ab, Michael Huber verletzte sich dabei jedoch, wie es hiess, am Oberschenkel. Schwere Verletzungen von Pferden wie vor zwei Wochen gab es keine. Sieger im Cross Country wurde der von Philipp Schärer in Elgg trainierte Egisto. Im Sattel des achtjährigen Fuchses sass Raphael Lingg, der zuvor mit Harry the Eagle bereits ein kleineres Flachrennen gewonnen hatte.

Das bessere Flachrennen des Tages, der Preis der Turffreunde, der in der Schweiz gezüchteten Vollblütern vorbehalten ist, gewann die von Tim Bürgin gerittene Farha. Die sechsjährige Stute, die im Niedergösger Söhrenhof gezüchtet wurde, ist auf dieses Rennen abonniert: Sie hat es bereits zum dritten Mal in Folge gewonnen.