Neue Galerie 6
Dank Dimitri kommt Laura Chaplin nach Aarau

Im Herbst noch plauderten Carlo Mettauer und Dimitri über Charlie Chaplins Enkelin Laura und ihre Werke – jetzt stellt die Künstlerin hier aus.

Katja Schlegel
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Carlo Mettauer pellt ein Gemälde von Charlie Chaplin aus dem Plastik – gemalt von Enkelin Laura Chaplin.

Carlo Mettauer pellt ein Gemälde von Charlie Chaplin aus dem Plastik – gemalt von Enkelin Laura Chaplin.

Chris Iseli

Es war ein gemütlicher Abend im Oktober letzten Jahres und sie sprachen übers Lachen. Carlo Mettauer und Dimitri, beschäftigt mit den Vorbereitungsarbeiten an Dimitris achter Ausstellung in der Neuen Galerie 6. «Dimitri erzählte mir von einem Treffen mit Charlie Chaplin nach einer Vorstellung mit dem Circus Knie Anfang der Siebzigerjahre», sagt Mettauer.

Das eine ergab das andere und schliesslich plauderten die beiden über Laura Chaplin, die Enkelin von Charlie, einst Model, heute Künstlerin. Das brachte Mettauer auf eine Idee: «Ich erwähnte, dass eine Ausstellung mit Laura spannend wäre», sagt er, «aber nur in einem Nebensatz.»

Und jetzt kommt sie nach Aarau, Laura Chaplin. Am Samstag feiert sie in der Neuen Galerie 6 in der Milchgasse Vernissage. Obwohl sie ihre Werke weltweit verkauft, stellt die 29-Jährige zum allerersten Mal in ihrer Karriere in einer Galerie in der Deutschschweiz aus.

Ein Herzlein versteckt sich

Die Ölbilder sind bereits im Kellergewölbe angekommen. Mettauer hat sie entlang der Wände aufgestellt, gruppiert nach den drei Themen Pferde, Frauenakte und Charlie Chaplin. Ganz unterschiedliche Themen, und doch einen sie Laura Chaplins Stilelemente: das Zebramuster oder das kleine Herz, das sich immer irgendwo in einem Bild versteckt; mal in Charlies Auge, mal in der Leiste der Nackten, mal auf der Schulter des Zebras.

«Mir gefällt die Frische in ihren Bildern», sagt Mettauer und wickelt ein Porträt von Charlie Chaplin aus dem Plastik, «und dass sie ihren eigenen Weg sucht, trotz oder gerade wegen ihres berühmten Grossvaters.» Die Auseinandersetzung mit ihm, das sei ihr wichtig, auch wenn Charlie viele Jahre vor Lauras Geburt gestorben ist. «Sie macht es sich nicht einfach und karikiert Charlie, sondern sie interpretiert ihn neu», sagt Mettauer. Noch sei Laura in seinen Augen nicht ganz am Ziel angekommen, noch suche sie eine eigene Sprache. «Aber sie ist ein Multitalent, ein Gesamtkunstwerk.» Die Bilder sind denn auch nicht alles, was die Besucher zu sehen bekommen: Laura Chaplin hat nicht nur Film, Kunst und Psychologie studiert, sondern auch Design und Mode. «Sie bringt auch Hütchen, Taschen, Shirts, ihre neue Schmuckkollektion, Fineart Prints und ihr neu erschienenes Buch ‹Lachen ist der erste Schritt zum Glück› mit», so Mettauer.

Man merkt schnell: Mettauer ist stolz auf seine prominente Künstlerin. «Laura sagt, sie habe so viele Anfragen, dass sie jede Woche an einem neuen Ort ausstellen könnte.» Warum sie ausgerechnet die Aarauer Galerie für ihre Ausstellung ausgesucht hat, weiss Mettauer nicht. «Sie hat sich den Raum angeschaut und war begeistert, genauso wie von der Stadt.» Mettauer lächelt. «Wer weiss, vielleicht ergibt sich ja mit Laura eine Kontinuität wie mit Dimitri.» Der Clown und Künstler ist im Juli verstorben.

Laura Chaplin vom 3. September bis 1. Oktober, Vernissage am 3. September ab 15 Uhr, Ansprachen ab 17.30 Uhr