Aarau
Dank dem Staffelegg-Zubringer staut es im Telli etwas weniger

Seit elf Tagen ist die neue Staffeleggstrasse offen. Ein erstes Fazit zeigt: Der neue Staffeleggzubringer zeigt Wirkung. Es staut weniger auf der Tellistrasse. Allerdings nur in eine Richtung.

Deborah Balmer
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Seit elf Tagen ist die neue Staffeleggstrasse offen.

Seit elf Tagen ist die neue Staffeleggstrasse offen.

Seither staut es weniger auf der Tellistrasse. Mitunter auch, weil deutlich weniger Lastwagen durch die Telli fahren. Und wer am Abend in den Bus in Richtung Stadt steigt, bleibt nicht, wie dies im Extremfall vorkam, bis zu 30 Minuten im Bus stecken, um dann am Bahnhof endlich und völlig entnervt dem Bus zu entfliehen. Auch die Buschauffeure atmen auf: «Der Verkehr fliesst jetzt zum Glück deutlich besser in Richtung Stadt», sagt ein Buschauffeur von AAR bus + bahn.

Es hat eine Kettenwirkung

Allerdings treffe dies nur auf eine Richtung zu. Wer von Aarau Rohr nach Aarau fährt, bleibt nicht mehr im Stau stecken. Wer aber vom Bahnhof Aarau nach Aarau Rohr fährt, der sitzt neuerdings im Stau fest. Und dies paradoxerweise gerade wegen der neuen Staffeleggstrasse. Der Grund: An der Suhrenkreuzung verdichtet sich jetzt der Feierabendverkehr und bleibt stecken.

Dies bestätigt auch Erwin Rosenast von AAR bus + bahn: «Der Verkehrsfluss auf der Strecke Aarau–
Rohr ist zu Hauptzeiten bedeutend schlechter geworden», sagt er. Der Stau zu den Hauptstosszeiten beginnr in dieser Richtung auf der Tellistrasse und halte bis zum Verteiler Suhrenbrücke an. Im Schnitt verliere so jemand vom Bahnhof bis zur Haltestelle Unterdorf 10 Minuten. Die Fahrt, die normalerweise vom Bahnhof bis zur Endstation 12 Minuten dauert, geht jetzt im Extremfall plötzlich doppelt so lang.

Problematisch ist dies auch, weil sich dieser Stau auch auf die Busse auswirkt, die in Richtung Erlinsbach fahren. «Es hat eine Kettenwirkung auf andere Linien», so Rosenast.

Auch für die Buschauffeure bedeute Stau Stress – weil sie ja eigentlich stets den Fahrplan einhalten müssen. Zudem braucht es viel Konzentration, immer nur meterweise weiterzufahren. «Ideal wäre halt eine Busspur», bemerkt Rosenast. Für ihn ist klar: «Es muss etwas geschehen.» Was genau, sei hingegen noch unklar. Weil es auch an anderen Stellen in der Stadt regelmässig staue – so aus Richtung Wöschnau nach Aarau auf der Höhe Kunsthaus –, sei man stets im Gespräch mit Stadt, Kanton und Verkehrsplanern. Nur wenig tröstet es, dass auch andere Städte das Problem kennen.

Keine Beschwerden

Obwohl es regelmässig staut, bleiben übrigens die Reklamationen bei Aar bus + bahn laut Erwin Rosenast aus. Während bei den SBB viele Beschwerden eintreffen, wenn einmal ein Zug Verspätung hat, nehmen dies die Busfahrgäste offenbar eher hin. «Die Leute bekommen es halt direkt mit, wenn der Bus feststeckt – daher beschwert sich anschliessend auch keiner», so Rosenast.

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