Stadtratswahlen Aarau
Daniel Siegenthaler (SP): «Kluge Stadtentwicklung sieht anders aus»

Die Schweiz am Wochenende und die AZ stellen den neun Kandidaten für den Aarauer Stadtrat diese und nächste Woche je die sechs gleichen Fragen. Heute: Daniel Siegenthaler, Stadtpräsidiumskandidat, SP

Urs Helbling
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Daniel Siegenthaler, Stadtpräsidiumskandidat, SP

Daniel Siegenthaler, Stadtpräsidiumskandidat, SP

Aargauer Zeitung

Was spricht dagegen, dass die Stadt der HRS das Land im Torfeld abkauft und selber ein einfaches Stadion baut?

Der Stadtrat lässt sich von der HRS seit fast zehn Jahren mit der Einkaufszentrum-Variante hinhalten. Diese ist nicht realisierbar. Jetzt kommt er mit der Hochhaus-Variante, welche mindestens so risikobehaftet ist. Auf den Folgekosten einer verfehlten Stadtentwicklung bleiben aber wir Steuerzahlenden sitzen. Kluge Stadtentwicklung sieht anders aus. Daher sind neue Varianten zu prüfen. Auch der Kauf des Areals.

Wären Sie bereit, für die Realisierung des Zukunftsraums in Aarau eine Steuererhöhung in Kauf zu nehmen?

In die Zukunft denken, heisst grenzüberschreitend denken. Aarau und seine Nachbargemeinden können im Zukunftsraum Probleme gemeinsam lösen und Synergien schaffen. Darum hat Aarau für die Realisierung dieses Projekts das nötige Geld bereits gesprochen. Die Weiterbearbeitung wird die Vor- und Nachteile von Fusionen aufzeigen, und ich hoffe, dass sich unter dem Strich ein Mehrwert für alle Beteiligten zeigt.

Bedauern Sie es, dass Ende September die Infanterie die Stadt verlässt und damit die meisten Rekruten aus Aarau verschwinden?

Natürlich geht etwas verloren. Aber ich schaue lieber nach vorne. Das Areal hat ein riesiges Potenzial für die Zukunft unserer Stadt. Es wird zum Herzstück der Aarauer Stadtentwicklung mit grosser Anziehungskraft. Wo früher Rekruten salutierten, werden künftig Menschen leben, arbeiten, sich begegnen und Spass haben. Darauf freue ich mich.

Wenn Sie einfach so könnten: Wo würden Sie im städtischen Haushalt eine Million Franken sparen?

So einfach geht es nicht, das haben die verschiedenen Sparpakete gezeigt. Die rechten Parteien haben den Steuerfuss in den vergangenen Jahren so tief heruntergesetzt, wie wir es uns gar nie haben leisten können. Die Folge sind nun Sparmassnahmen bei Bildung, Kultur und Sport.

Was nervt Sie in der Stadt am meisten?

Mich nervt, dass es zu wenig sichere Routen für Velos quer durch die Stadt gibt – und dass das erfolgreiche Frauenteam des FC Aarau zu wenig gute Plätze hat.

Wären Sie traurig, wenn Sie nicht gewählt würden?

Ich würde mich freuen, wenn mir die Bevölkerung ihr Vertrauen schenkt. Den Entscheid an der Urne gilt es zu akzeptieren, auch wenn er weh tun kann.