Was spricht dagegen, dass die Stadt der HRS das Land im Torfeld abkauft und selber ein einfaches Stadion baut?

Werner Schib: Auch ein einfaches, aber doch Super-League-taugliches Stadion würde viel kosten! Ein einfaches Fussballstadion hätte den grossen Nachteil, dass Einnahmen aus Querfinanzierungen (z. B. wohnen oder einkaufen) fehlen. Das Land der HRS ist zudem ein teures Stück Aarau. Das Torfeld Süd ist hervorragend erschlossen und auch die Innenstadt ist nur wenige Gehminuten entfernt. Die Stadt müsste der HRS einen viel zu hohen Quadratmeter-Preis bezahlen.

Wären Sie bereit, für die Realisierung des Zukunftsraums in Aarau eine Steuererhöhung in Kauf zu nehmen?

Eher nein. Aarau muss Fusionen mit den Nachbargemeinden mit den heutigen Mitteln stemmen können. Eine Verschuldung in grösserem Ausmass oder massive Steuererhöhungen wären nicht der richtige Weg. Die kommenden Monate werden zeigen, welche Vorteile – auch wirtschaftlicher Art – Aarau aus einer Fusion mit Nachbargemeinden hätte.

Bedauern Sie es, dass Ende September die Infanterie die Stadt verlässt und damit die meisten Rekruten aus Aarau verschwinden?

Nein, ich bedauere den Weggang der Infanterie nicht. Dass Aarau Sitz der Militärmusik bleibt, ist schön und wichtig. Aber das Militär hat in der Innenstadt heute nicht mehr die Bedeutung, die es einmal hatte. Im Kasernenareal braucht es einen guten Mix aus Wohnen, Arbeiten und Kultur/Freizeit/Sport.

Wenn Sie einfach so könnten: Wo würden Sie im städtischen Haushalt eine Million Franken sparen?

Ich würde bei den Zahlungen an den Kanton beim Strassenbau sparen. Die Stadt zahlt 60 Prozent der Bau- und Unterhaltskosten, ist aber selber nicht Eigentümerin der Kantonsstrassen auf ihrem Stadtgebiet. Das finde ich nicht richtig. Die Strassenkasse des Kantons ist übervoll – in der Stadt haben wir keine separate Strassenkasse. Weil das Gesetz aber leider (noch) so ist, gilt weiterhin: Prioritäten setzen und schauen, dass nicht noch zu viel Neues dem städtischen Haushalt aufgebürdet wird.

Was nervt Sie in der Stadt am meisten?

In Aarau nervt mich aktuell nichts.

Wären Sie traurig, wenn Sie nicht gewählt würden?

Ich wäre enttäuscht und traurig – aber nicht sehr lange. Im Fall einer Nichtwiederwahl hätte ich mehr Zeit für Familie, Freunde, Beruf, ein bisschen Sport und etwas Neues. (uhg)