Reinach / Beinwil am See
Cris bei «The Voice of Germany» weiter: «Keine Frage, du gehörst hierher»

Cris Rellah hat es geschafft: Als einziger Schweizer hat der Wynentaler am Freitagabend die Coaches von «The Voice of Germany» von seinem Talent überzeugt - und zwar alle auf einmal.

Katja Schlegel
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Cris hat nicht bloss einen, sondern gleich alle Coaches von seinem Talent überzeugt.

Cris hat nicht bloss einen, sondern gleich alle Coaches von seinem Talent überzeugt.

SAT.1/ProSieben/Claudius Pflug

Cris Rellah steht auf der Bühne von «The Voice of Germany» und beginnt zu singen. «The Kill» von 30 Seconds to Mars. Das überrascht. Kein Radiohit, ein Stück, bei dem nur wenige lauthals Zeile für Zeile mitsingen können. Und keine Ballade, wie sie Cris am liebsten mag.

Aber Cris singt gut, mit tiefster Hühnerhautstimme. Ohne Gitarre, ohne Klavier, aber so schön, dass man die Luft anhält und die Sekunden zählt. 90 Sekunden, dann ist alles vorbei. Dreht sich keiner der Coaches um, wars das. Dann schlägt Samu als erster auf den Knopf.

Stimme verschlagen

Die 90 Sekunden haben für die Sternstunde gereicht. Das Publikum ist aufgesprungen, klatscht, johlt. Cris steht mit feuchten Augen auf der Bühne, im Backstagebereich fallen sich seine Frau und sein bester Freund heulend in die Arme.

Alle vier Stühle haben sich umgedreht: Silbermond-Frontfrau Stefanie Kloss, Smudo und Michi Beck von den Fantastischen Vier, Rea Garvey und Sunrise Avenue-Frontmann Samu Haber. Alle wollen sie ihn haben. Und Cris steht da und sagt nichts. «Es hat mir in dem Moment vor lauter Glück einfach die Stimme verschlagen.»

Alle vier wollen ihn haben

Vier Teams, für eines muss Cris sich entscheiden. Die Coaches schenken sich derweil nichts, buhlen um die Gunst des Wynentalers. «Das ist wirklich eine einzigartige Fähigkeit, so eine tiefe Stimme», schwärmt Smudo.

«Lass uns das Team perfekt machen.» Auch Stefanie ist voll des Lobes: «Keine Frage, du gehörst hierher, und zwar schwerstens.» Und Samu spricht schon davon, mit Cris bis ins Finale zu gehen.

Und dann folgt die grosse Überraschung: Cris entscheidet sich für Smudo und Michi Beck von den Fantastischen Vier. Der Schmusesänger, der ausschliesslich Englisch singt, ausgerechnet bei den deutschen Hip-Hopern? «Das war pures Bauchgefühl», sagt er nach dem Auftritt.

Vor der Show habe er sich noch erhofft, bei Samu oder Rea ins Team zu kommen. «Als ich dann da stand und auswählen konnte, habe ich mich ganz spontan für Fanta Vier entschieden.»

Nicht ohne Hintergedanken: «Die Beiden sind seit 25 Jahren im Geschäft und immer noch erfolgreich. Sie verfügen über ein riesiges Netzwerk, von dem ich gerne profitieren möchte.»

Nie damit gerechnet

Er sagt, er hätte nie mit dem Weiterkommen gerechnet. «Zu den Blind Auditions waren 130 unglaublich talentierte Musiker eingeladen», sagt Cris.

Ständig höre man einander während der Proben singen, höre, wie gut die anderen sind. «Ich habe mich davon einschüchtern lassen und mich kleiner gemacht, als ich bin. Da ist wohl der Schweizer in mir durchgebrochen», sagt er und lacht.

Während des Auftritts, mit schlotternden Knien im Scheinwerferlicht, habe er dann doch gehofft, dass sich einer der Coaches umdreht. Trotzdem habe er versucht, möglichst nicht auf die Stuhllehnen, sondern mitten ins Publikum zu schauen. «Als sich dann einer nach dem anderen umgedreht hat, war ich überwältigt. Mir standen die Tränen zuvorderst.»

Für Cris Rellah geht der Traum nun als einziger Schweizer unter 64 Talenten weiter. Als Nächstes stehen die «Battles» auf dem Programm; hier muss Cris gegen ein Talent aus seinem Team antreten.

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