Aarau
Comeback nach sieben Jahren: Komikerduo «Pasta del Amore» ist wieder zurück

Vor sieben Jahren verkündeten Christian Gysi und Bruno Maurer das Aus. Jetzt gibt es «Pasta del Amore» wieder.

Katja Schlegel
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Christian Gysi und Bruno Maurer (r.) sind wieder lustig.zvg/Nathanael Gautschi

Christian Gysi und Bruno Maurer (r.) sind wieder lustig.zvg/Nathanael Gautschi

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Sie kommen wieder. «Pasta del Amore», das Aarauer Komikerduo, krabbelt aus dem schwarzen Loch, vor dem es einst die Menschheit gerettet hat. Sieben Jahre haben sie es ohne einander ausgehalten, Bruno Maurer (36) und Christian Gysi (41). Haben sich selten gesehen und kaum gehört. Aber jetzt brauchen sie einander wieder, nicht etwa wegen des Geldes – «als ob man damit Geld verdienen könnte». Sondern weil es miteinander einfach am geilsten ist.

Seit dem letzten Auftritt im Juni 2010 im Flösserplatz in Aarau, da wo alles angefangen hatte, hat praktisch Funkstille geherrscht. Sie waren einander überdrüssig, die einst besten Freunde. Kennen gelernt hatten sie sich 1997 beim Rollbrettfahren, ein Jahr später standen sie gemeinsam als «Pasta del Amore» auf der Bühne. Sie waren erfolgreich, wurden für den Swiss Comedy Award nominiert, spielten am Arosa-Humor-Festival und bei Giacobbo/Müller. Und dann kam der Moment, da sie die Nase voll hatten. Die Luft war draussen, die Lust auf Neues da. «Wir hatten keinen Streit, wir waren bloss müde», sagt Gysi.

Als wäre keine Pause gewesen

Jetzt sind sie wieder wach. Und sie sind wieder «Pasta del Amore». Auch wenn sie den notfallmässig gewählten Namen furchtbar finden, aber wenn man ihn schon mal hat, dann muss man ihn halt behalten, Augen zu und durch. «Pasta del Amore». Viel ist passiert in den sieben Jahren, beide haben Familien gegründet, Maurer arbeitet als Betriebsleiter des Atelierkinos TaB in Reinach, Gysi als Tiefbauzeichner und Texter. Sie sind älter und reifer geworden, so scheints. Aber auch heute sind sie eigensinnig und sperrig, so recht in eine Schublade passen sie nicht, so rotzfrech und zwischendurch füdliblutt, so tiefgründig und sprudelnd, so spontan und hintersinnend wie sie sind. Ganz so wie früher, sie können halt nicht aus ihrer Haut. Als wäre keine Pause gewesen.

Beim ersten Treffen 2016 hätten sie innert nur drei Viertelstunden so viele Ideen zusammengehabt und hätten so viel gelacht, dass der Fall klar war. «Es war so, wie beim Anfang, so unbeschwert und lustig», sagt Maurer. «Es ist einfach nur geil.»

Die beiden brauchen einander. Zwar haben beide Neues ausprobiert, beide standen auf der Bühne. Aber das Selbstbestimmte, das Gemeinsame, die Narrenfreiheit, das hat ihnen gefehlt. Sie sind nicht gleich, weiss Gott nicht. Aber sie haben den gleichen Humor. Und das ist alles, was zählt. «Mit Bruno ist es immer noch am schönsten», sagt Gysi.

Es soll keine Eintagsfliege werden. Gysi und Maurer streben die Weltherrschaft an. «Jetzt wollen wir es wissen», sagt Gysi, «wir wollen zurück auf die Bühnen.» Das Comeback mit «Show Zäme» wird kein Schnellschuss, sondern wird schön sorgfältig vorbereitet, man ist ja jetzt älter und handelt besonnen. Seit einem Jahr drechseln die beiden an den Nummern, spinnen und verwerfen, jubeln und zweifeln, lachen und rangeln. «Wir wissen heute viel genauer, was wir wollen und was nicht», sagt Maurer. Das mache die Zusammenarbeit einfacher. «Und wir gehen respektvoller miteinander um», sagt Gysi.

Testlauf in der «Bar im Stall»

Die Premiere soll im Januar 2018 stattfinden. Und damit die beiden spüren, ob ihr Geschaffenes auch wirklich ankommt, treten sie diese Woche in der «Bar im Stall» am Apfelhausenweg auf. Acht Kurznummern schleifen sie dafür ein, denn auch beim Ausprobieren muss es sitzen. «Man kann nicht mit halb fertigen Nummern auf die Bühne», sagt Gysi. Dazwischen bleibt aber Platz zum Austoben, für Comedy frisch aus dem Ärmel geschüttelt. «Wenn weder du noch das Publikum wissen, was jetzt passiert, ist das magisch», sagt Maurer.

«Pasta del Amore» fliegt nicht allein aus dem schwarzen Loch, mit dem Duo schwirrt eine Horde ramponierter Superhelden. Dazu die beiden Stammtisch-Schnurris Heinz und Werni. Und natürlich kommen auch die Wortspielereien wieder, für die die beiden berühmt waren, dazu etwas Pantomime und ein Kasperlitheater, ein feinfühliger Hellraumprojektor und ein Hauch Poesie – «um die Intellektuellen zu befriedigen». Von allem ein bisschen, vor allem saugut.

Auftritte in der «Bar im Stall» Apfelhausenweg 20 in Aarau: Donnerstag, 29. Juni, 20.15 Uhr, Freitag, 30. Juni, 22.30 Uhr. Eintritt frei, Kollekte.

Eine Kostprobe von «Pasta del Amore»:

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