Erlinsbach

Clara-Schwestern vom Laurenzen-»Bädli» verführen Besucher mit Schwarzwäldertorte

Madeleine von Arx zeigt den Kindern die Weihnachtskrippe im Kloster St. Laurenzen.

Madeleine von Arx zeigt den Kindern die Weihnachtskrippe im Kloster St. Laurenzen.

Das Kloster St. Laurenzen wendet sich der weltlichen Öffentlichkeit zu und bleibt doch ganz besinnlich: Am Samstag luden die Ordensschwestern zu einer Adventsfeier. Da gab es schöne Krippenfiguren zu bestaunen und selbstgemachten Kuchen zu kosten.

Nur wenige Kilometer trennen am Vorabend des vierten Adventtages den hektischen Einkaufsrummel in der Stadt Aarau vom beschaulichen Ambiente des Klosters St. Laurenzen in Erlinsbach. Im August 2011 sind im ehemaligen Krankenheim am Fusse der sagenumwobenen Ramsflue fünf Clara-Schwestern eingezogen. Seither haben die frommen Ordensfrauen das einstige «Bädli» um die Quelle des Heiligen Laurentius mit Beharrlichkeit renoviert und ausgebaut. Denn St. Laurenzen soll mit seinem Angebot für Ferien und Kurse (es stehen rund 50 Betten zur Verfügung) ein Ort der Begegnung werden.

Zu einer weiteren Schnittstelle zwischen den Clara-Schwestern und der weltlichen Öffentlichkeit hat sich das St. Laurenzen-Kafi entwickelt, das in der Osterwoche dieses Jahres seinen Betrieb aufgenommen hat und jeweils vom März bis Ende Dezember an den Samstagen von 14 bis 17 Uhr offen steht. Natürlich hat die Adventszeit als Einstimmung auf die jährliche Feier der Geburt von Jesus Christus für die gottesfürchtigen Bewohnerinnen eine besondere Bedeutung. «Es ist eine Zeit des Loslassens von allem, was unwesentlich und vergänglich ist, um nach dem Bleibenden Ausschau zu halten», sagt Schwester Elisabet-Maria.

Am kürzesten Tag des Jahres allerdings herrschte in der guten Kaffeestube emsiges Treiben, hatten doch die Ordensfrauen und die freiwilligen Helferinnen und Helfer zu einer besinnlichen Adventsfeier eingeladen. Die Kinder bestaunten die Krippe mit den Schwarzenberger Figuren und lauschten einer Geschichte, die ihnen Madeleine von Arx, die Frau des Gemeindepräsidenten von Erlinsbach SO, erzählte. Derweil taten sich die erwachsenen Gäste dank den Backkünsten der Schwestern Veronika und Johanna an einer Schwarzwäldertorte gütlich und lauschten den Klängen, die Hermann Poggi mit seinem Altsaxophon in den Raum zauberte. «Ich habe zu diesem Instrument gegriffen, als ich nach einer schweren Operation in ein Loch fiel. Die Musik hat mir aus dieser Krise geholfen, deshalb möchte ich sie aus Dankbarkeit anderen Menschen weitergeben», sagt der pensionierte Bibersteiner zu diesem «Weihnachtsmärchen» der persönlichen Art.

Die Stimmung schwankte in St. Laurenzen nicht nur musikalisch zwischen «O du fröhliche Weihnachtszeit» mit lieben Gästen und der eher «Stillen, heiligen Nacht». Diese feiern die fünf Ordensfrauen morgen Dienstag mit einer Mitternachtsmesse ganz unter sich, und zwar mit einem grossen Weihnachtswunsch. «Wir hoffen, dass sich bereits im nächsten Jahr unser Herzensanliegen, nämlich der Bau einer freistehenden Klosterkapelle, erfüllen darf», betont Schwester Elisabet-Maria. Der Bauplatz sei bereits bestimmt, die ersten Pläne lägen vor, die Grundsteinlegung könnte also noch 2014 stattfinden.

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