Zu einem solchen Schoggi-Job kommt man in 40 Jahren nur einmal: zur Eröffnung eines Schokolade-Zentrums, das keine Wünsche offen lässt und alle Sinne begeistert.

Die Rede ist nicht von einem kleinen Lädeli irgendwo in der Provinz, sondern vom neuen Besucherzentrum von Chocolat Frey in Buchs. «Also mitten im Herzen der Schoggi-Schweiz», begrüsst CEO Hans-Ruedi Christen die Eröffnungsgäste selbstbewusst.

Durchaus zu Recht, denn die 125 Jahre alte Migros-Tochter ist Marktführerin – mit über 42 000 Tonnen Jahresabsatz bei allen denkbaren süssen Produkten. Bis hin zur Veredelung in der Form von Pralinés. Süsse Träume, die kleine und grosse Schleckmäuler begeistern. Denn: «Neun von zehn mögen Schokolade. Der zehnte lügt», steht an der Wand des Zentrums.

Degustieren nach Lust und Laune

Ein Verkaufsladen, an dem man kaum vorbeikommt, ist beim Haupteingang in Buchs eingerichtet worden. Dazu ein Café mit allen erdenklichen Zusatzstoffen, mit Vanille oder Caramel im Latte macchiato oder selbstredend mit der braunen Süssigkeit. «Schokolade ist Glück, das man essen kann», wird hier an der Wand Ursula Kohaupt zitiert. Viele weitere Sprüche dienen der Einstimmung in die sinnliche Welt der Schoggi-Emotionen.

In das neue Besucherzentrum kommt man erst mit dem Lift. Es ist zweistöckig, im oberen Teil wird die Herstellung geschildert, von den Kakaobohnen bis zu den fertigen Süssigkeiten. Auf menschengrossen Bildschirmen erklären Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Kopfhörer, was sie genau machen. Einen Stock tiefer sind Kinder und Erwachsene eingeladen, sich aktiv zu betätigen.

Sie können sich in ein Praliné verwandeln, das Kino geniessen, im Duftlabor die Nase testen oder den eigenen Schoko-Typ ausdrucken lassen. «Der stilvolle Gourmet. Sie sind ein Genussmensch, der das Leben mit allen Sinnen wahrnimmt», steht am Beginn der langen Bauchpinselei. Am besten ist der Degustationstisch: Feinste Süssigkeiten fahren am Laufmeter vorbei, jeder kann sich hier nach Lust und Laune bedienen.

Mit Herzblut und Kreativität

Mit 100 Gästen aus den Migros-Firmen, Kunden sowie Politikern aus der Region feierte Chocolat Frey das in 295 Tagen gebaute Zentrum. Schon bisher kamen jährlich 20 000 Besucher, aber wegen der Hygienevorschriften wurde es immer schwieriger, sie an der echten Produktion vorbeizuschleusen. Mit Engagement, Herzblut und Kreativität hat das Unternehmen einen Magneten geschaffen, der viele anziehen wird.

Die eingeflogene Schönheitskönigin Christa Rigozzi befragte die Festredner und stolzierte auf ihren derart hohen High Heels, dass schon das Zuschauen wehtat. Regierungsrat Alex Hürzeler freute sich über die süsse Einladung, weil er in letzter Zeit «genug bitter-süsse oder eher säuerliche Post erhalten» habe.

Der Bildungsdirektor lobte das Bekenntnis der Frey AG zum Standort Aargau. «Das Unternehmen nimmt seine Verantwortung für die eigenen Fachkräfte wahr», so Hürzeler.

Migros-Konzernchef Herbert Bolliger verriet bei der Begrüssung, dass er selber gerne Schokolade isst. Man wolle die Eigenmarken stärken, die Gründer Gottlieb Duttweiler geschaffen hat, weil ihn die Konkurrenten mit Boykott belegten.

Die Geschichte und die vielen Produkte will Chocolat Frey schmackhaft machen, damit der Konsum bei 12 Kilogramm pro Kopf und Jahr bleibt. «Schokolade und Menschen sind eine Herzensangelegenheit», sagt Leiter Thomas Tschuor. Das spüren die Besucher.