Die einen Touristen kommen der schönen Landschaft wegen in die Schweiz, fahren Bergbähnli und halten die Zehen in den Vierwaldstättersee. Andere hingegen gucken sich mit Schurz und Schutzhäubchen Maschinen an.

So wie die 20-köpfige Delegation aus China, die sich am Dienstag im Kantonsspital Aarau (KSA) von Abteilungsleiter Jörg Helminski durch eine der modernsten zentralen Sterilgutversorgungs-Anlagen (ZSVA) Europas führen liess. Hier werden täglich rund 10 000 Instrumente im Wert von einer Million Franken gereinigt und sterilisiert.

Die Sterilisationsanlage im KSA ist ein regelrechter Fach-Touristenmagnet. Vertreter aus 58 Ländern haben die Anlage seit dem Umbau 2009 besucht. Ägypten, Aserbaidschan, Irland, Taiwan, Vietnam, kaum eine Nation ist noch nicht durch die Räume marschiert. Eingeladen hat diese Delegation die Belimed Sauter AG, die die Sterilisationsanlage gebaut hat.

Winzig für ihre Verhältnisse

Alle Reise-Teilnehmer arbeiten in verschiedenen Spitälern in ähnlichen Funktionen wie Helminski. Nur die Dimensionen sind ganz anders: Als die Chinesen erfahren, dass das KSA über 600 Betten verfügt, lächeln sie höflich, aber durchaus amüsiert. Für chinesische Verhältnisse ist das KSA winzig, in China hat ein Spital schnell mehrere tausend Betten.

Die chinesischen Gäste schieben sich in den Raum, in dem die kontaminierten Instrumente separiert, demontiert und vorgereinigt werden, dann weiter in die Sauberkeitskontrolle und ins Lager, wo die mit Dampf und Vakuum bei 134 Grad Celsius sterilisierten Instrumente bereit gemacht und verteilt werden. Sie wollen alles ganz genau wissen, der Dolmetscher übersetzt hin und her. Wie funktionieren die Reinigungsanlagen? Wird hier auch nachts operiert? Wird das Besteck bei nächtlichen Operationen vorgespült? Abteilungsleiter Helminski nimmt das gelassen; er kennt das. «Chinesische Besucher sind sehr an Technik interessiert und wollen alles bis ins Detail wissen», sagt er. Keine Frage der Chinesen bleibt unbeantwortet  – und unfotografiert. Keine Bewegung, kein Gegenstand, den sie nicht mit Kameras festhalten; noch nicht einmal die Notausgangstafel, der Handdesinfektionsspender oder der Feuerlöscher.