«Der Islam in Europa», so lautet der unaufgeregte Titel des Vortrags, der am 12. September im Gasthof zum Schützen in Aarau stattfindet. Durchgeführt wird der Anlass vom Egerkinger Initiativkomitee «Ja zum Verhüllungsverbot», das sich mit Unterschriftenaktionen und anderen Veranstaltungen gegen die Verschleierung im öffentlichen Raum einsetzt.

Mit diesem Plakat lädt das Initiativkommitee "Ja zum Verhüllungsverbot" zur Podiumsdiskussion in Aarau

Durch den Vortragsabend führen Daniel Zingg vom Vorstand des Komitees sowie Michal Hofmann, jüdisch-israelische Polit-Beobachterin und ehemalige Mitarbeiterin der israelischen Botschaft in Berlin. Kein Sprecher also, der mit islamischem Hintergrund die Gegenpartei repräsentieren und eine Gegenposition einnehmen könnte. 

«Eigentlich war die Veranstaltung als Podiumsgespräch geplant», erklärt Daniel Zingg auf Anfrage der az. Dazu habe man mehrere Politiker aus verschiedenen Lagern als Gesprächsgäste ins Auge gefasst. Weil am 12. September aber die Herbstsession in Bern beginnt, habe kein Parlamentarier dafür Zeit gefunden.

Provokation an Muslime oder reiner Zufall?

Doch der 12. September markiert nicht nur den Start der Herbstsession, sondern auch den Beginn des Opferfests, dem höchsten aller islamischen Feste. Vom 12. bis 15. September gedenken Muslime ihrem Propheten Ibrahim, gehen gemeinsam in die Moschee, beten zusammen und gedenken ihrer verstorbenen Verwandten und Bekannten. 

Der Verdacht liegt nahe, dass der Zeitpunkt für die anti-islamische Veranstaltung in Aarau absichtlich auf den Beginn dieser, für Muslime wichtigen, Feierlichkeit gelegt wurde. 

«Von diesem Feiertag höre ich das erste Mal», winkt Zingg ab und erklärt: «Wir haben das Datum schon vor einem halben Jahr festgelegt. Es war der einzige Tag, der während unserer Vortragsreihe noch frei war. Mit einer Provokation hat das nichts zu tun.»