Aarau

Bürgerliche wollen Bäume retten, um Umgestaltung am Aareufer zu verhindern

Plastikbändel markieren die Bäume, die gefällt werden müssten. Katja Schlegel

Plastikbändel markieren die Bäume, die gefällt werden müssten. Katja Schlegel

Nice to have oder mehr Lebensqualität? Am 9. Februar entscheiden die Stimmbürger über die Umgestaltung des Uferabschnitts «Aare Ost» für 3,6 Millionen Franken. Es handelt sich um ein Referendum.

Das Referendum gegen den Kreditentscheid des Einwohnerrats am 23. September hatte ein bürgerliches Komitee ergriffen, das vornehmlich aus SVP-Leuten rund um Einwohnerrätin Susanne Heuberger bestand. Dass das Referendum zustande kam, wurde denn auch mit einem bürgerlichen Anliegen und mit der SVP in Zusammenhang gebracht.

Heuberger will nun aber ein Aufweichen am linken Rand des bürgerlichen Lagers, bei CVP, GLP und Grünen, festgestellt haben: «Das rein bürgerliche Komitee ist nun überparteilich. Neben dem Rückhalt vonseiten der FDP-Stadtpartei ist auch Mitte-Links mit Einzelpersonen vertreten.»

Zudem seien drei wichtige Gewerbeorganisationen auf ihrer Seite. Unterstützt wird das Komitee offiziell vom Gewerbeverband Aarau, vom Handels- und Industrieverein Aarau und vom Zentrum Aarau, dessen Präsident Marcel Suter mit seinem Namen zu den Anliegen des Komitees steht. Den Flyer haben auch Leute wie Peter Roschi, frisch gewählter CVP-Einwohnerrat, sowie Martina Suter und Rainer Lüscher, Mitglieder der FDP-Fraktion, unterzeichnet.

Bäume sind markiert

Das Komitee setzt sich auch optisch in Szene: Die Bäume, die dem Projekt geopfert werden müssten, sind nicht mit schwarzen, jedoch mit gelben Bändern gekennzeichnet: «Diese Bäume müssen alle weg für die ‹Aufwertung Aare Ost›».

Das Projekt «Aufwertung Aareraum Ost» sieht eine veränderte Linienführung für den künftig breiteren Philosophenweg, eine Stadtaue, eine Aufschüttung, eine Aarebucht und die Einbettung der «Schwanbar» in die Flusslandschaft vor. Kostenpunkt 3,6 Mio. Franken, vom Einwohnerrat mit einem relativ knappen Resultat von 23 gegen 20 Stimmen bewilligt.

Diese Investition passe nicht zu den Sparbemühungen der Stadt, kritisiert das Referendumskomitee. Zudem würden die 35 Mühlematt-Parkplätze aufgegeben. Diese Massnahme schade dem Gewerbe und widerspreche den Bestrebungen zur Belebung der Altstadt. «Diese Parkplätze sind sehr gut ausgelastet und generieren rund 70 000 Franken pro Jahr an Parkgebühren zugunsten der Stadtkasse», schreibt das Komitee.

Das Projekt «Aareraum Ost» ist nicht Teil, aber immerhin verknüpft mit dem Projekt für den Neubau der Kettenbrücke. An der gleichen Sitzung im September wies der Einwohnerrat nach heftiger Kritik den Bruttokredit von 8,9 Millionen Franken (Anteil Stadt) mit 23 Ja zu 20 Nein zurück. Bei der Aarenau war das Resultat genau umgekehrt.

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