In Suhr ist auf dem Neubau der Schmid Textilrewashing AG eine Photovoltaikanlage geplant. Auf einer Fläche von knapp 1500 Quadratmetern sollen Solarpanels installiert werden. Mit einer Produktion von etwa 195 Megawattstunden pro Jahr werde die Leistung an Solarstrom in der Gemeinde verdoppelt, sagt Johnny Strebel, Geschäftsführer des Suhrer Elektrizitätswerkes TBS Strom AG.

Finanziert werden soll die Anlage hauptsächlich von Suhrerinnen und Suhrer. Diese können sich mit einem Betrag ab 2500 Franken mit zinslosem Darlehen beteiligen. Die Rückzahlung erfolgt über 20 Jahre mit der Lieferung von Solarstrom. Am Samstag informierte die Interessengemeinschaft (IG) Suhr Solar an einem Stand über das Projekt.
Finanziell interessant

«Auf die Idee dieser neuartigen Finanzierung sind wir gekommen, weil wir möglichst günstig Solarstrom produzieren wollen, ohne dass wir Zinsen für ein Darlehen zahlen müssen», erklärt Pius Hüsser von der Interessengemeinschaft. Auch auf Subventionen habe man bewusst verzichtet. Durch den Verzicht auf die Verzinsung werde der Solarstrom günstiger, sodass er preislich attraktiv sei.

«Gerade weil der Solarstrom lokal produziert und verbraucht wird, ist die Bevölkerung interessiert daran, Solarstrom zu kaufen», sagt Hüsser. Das Projekt ist besonders für Hausbesitzer oder Eigentümer von Wohnungen interessant. «Wenn sich jemand mit 5000 Franken beteiligt, erhält er über die nächsten 20 Jahre 2000 Kilowatt Solarstrom pro Jahr», rechnet Strebel vor.

Das reiche bei einem Einfamilienhaus durchschnittlich für die Hälfte des jährlichen Stromverbrauchs. Und obwohl keine Zinsen ausbezahlt werden, rechne sich die Vorauszahlung auch finanziell. «In den 20 Jahren wird der Strompreis voraussichtlich steigen. Nicht so aber der im Voraus gekaufte Strom.»
Bereits 40 Prozent des Kapitals

Vom für die Anlage benötigten Kapital von 430 000 Franken sind bereits 40 Prozent zugesichert. «Ich möchte die finanzielle Seite genauer anschauen, bevor ich mich entscheide», sagte eine Interessentin. Grundsätzlich würde sie gerne in Solarstrom investieren. «Eine Solaranlage auf meinem Dach möchte ich aber im Moment nicht realisieren. Das ist mir zu aufwendig.» Hingegen eine grössere Anlage mitzufinanzieren und deren Strom zu beziehen, das könne sie sich gut vorstellen.
Bereits im Oktober soll die neue Solaranlage ans Netz gehen. Bis im Juni muss die Finanzierung stehen. Falls nicht genügend Mittel zusammenkommen, könne man auch erst einen Teil der Solarpanels aufbauen und später weitere anschliessen. Mit der Solaranlage auf dem Neubau wird das Projekt längst nicht abgeschlossen sein. Bereits steht mit der Trainingshalle Hofstattmatte ein zweiter Standort für eine bürgerfinanzierte Photovoltaikanlage fest.