Unterentfelden

Budgetabweichungen: Gemeinde hat ihr Ziel bei der Einkommenssteuer wieder deutlich verpasst

Zweimal schon lagen die tatsächlichen Einnahmen ganze 800 000 Franken unter dem Budget. (Symbolbild)

Zweimal schon lagen die tatsächlichen Einnahmen ganze 800 000 Franken unter dem Budget. (Symbolbild)

Erneut konnte die Gemeinde bei den Einkommens- und Vermögenssteuern ihr Budget nicht erreichen. Dafür nahm sie bei den Aktiensteuern unerwartet viel ein — 1,358 Millionen Franken.

Unterentfelden hat im Jahr 2017 insgesamt 173 000 Franken mehr Steuern eingenommen, als ursprünglich budgetiert worden war (11,545 Mio. Franken).

Es zeigen sich jedoch innerhalb der einzelnen Steuerarten deutliche Budgetabweichungen: Bei den Einkommens- und Vermögenssteuern musste laut Gemeindemitteilung «wieder ein Minus verzeichnet werden – und zwar von beinahe 655 000 Franken».

Budgetiert gewesen waren 10,15 Millionen. Das Steuersoll bei den Einkommens- und Vermögenssteuern konnte in den letzten Jahren nie erreicht werden, wenn auch das Minus schwankende Höhen aufwies. Zweimal lagen die tatsächlichen Einnahmen ganze 800 000 Franken unter Budget (2013 und 2016), im Minimum 280 000 Franken (2015).

«Der Gemeinderat hat beschlossen, für 2018 das Steuersoll deutlich tiefer – bei 9,4 Millionen Franken – anzusetzen», sagt Benedikt Reimann, Leiter Finanzen. Dies nicht nur als Korrekturmassnahme wegen stets zu tiefer Steuererträge, sondern auch, weil Unterentfelden für das Jahr 2018 den Steuerfuss um 3 Prozentpunkte auf 110 gesenkt hat, um den Steuerfussabtausch mit dem Kanton weiterzugeben.

Der Steuerfuss lag im 2017 bei 113 Prozent. Das sind 10 Prozentpunkte mehr als 2013. Fürs Budget 2014 hatte der Gemeinderat 110 Prozent beantragt; die Stimmbürger lehnten ab. In einem zweiten Versuch wurden dann 108 bewilligt; ab 2015 lag der Steuerfuss bei 113 Prozent.

Bessere wirtschaftliche Situation

Glück hatte Unterentfelden im letzten Jahr bei den Aktiensteuern: Budgetiert gewesen waren Einnahmen von 800 000 Franken, tatsächlich ins Gemeindekässeli flossen 1,358 Mio. Franken. Laut Gemeinde ist der höhere Ertrag auf die verbesserte wirtschaftliche Situation und einmalige Sondererträge zurückzuführen.

Auch bei den Quellensteuern (total 401 500 Franken statt 325 000 wie budgetiert) gab es Mehreinnahmen. Ebenso resultierten bei den restlichen Steuern (Grundstückgewinnsteuern, Nachsteuern etc.) positive Abweichungen gegenüber dem Budget (463 000 statt 270 000 Franken).

Abgeschrieben werden mussten Steuerforderungen im Umfang von knapp 53 000 Franken. Aus Abschreibungen früherer Jahre konnten rund 26 000 Franken wieder eingetrieben werden.

Zwei Entwicklungen könnten sich in den nächsten Jahren positiv auf die Gemeindefinanzen auswirken: Erstens der neue Finanz- und Lastenausgleich mit dem Kanton, von dem Unterentfelden gemäss ersten Prognosen leicht profitiert.

Zweitens die geplante Überbauung Neufeld, die der Gemeinde mehr Steuereinnahmen bringen soll. Auf dem rund 15 000 Quadratmeter grossen Grundstück nahe der WSB-Haltestelle «Post» sind neun Häuser mit je zehn 2,5- bis 4,5-Zimmer-Wohnungen geplant. Bezogen werden können sie aber erst 2019, für das Steuerjahr 2018 ist das Projekt deshalb noch nicht relevant.

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