Aarau/Lenzburg/Wynental

Budget, Sportanlagen, Fusionsvorbereitungen und neue Gemeinderäte: Der Urnengang wird spannend

Im Projekt «Zukunftsraum Aarau» hat nun die Stunde der Bevölkerung geschlagen. In Buchs wird über den Wiederbeitritt abgestimmt.

Im Projekt «Zukunftsraum Aarau» hat nun die Stunde der Bevölkerung geschlagen. In Buchs wird über den Wiederbeitritt abgestimmt.

Budget, Sportanlagen, Fusionsvorbereitungen und viele neue Gemeinderäte: Der Urnengang wird spannend.

Die Demokratie funktioniert in unserer Region. Ansonsten würden am kommenden Sonntag nicht ganze drei Referenden an die Urne kommen. Drei fakultative Referenden notabene, plus ein obligatorisches. Ausserdem – das ist weniger positiv – müssen in mehreren Gemeinden Exekutivmitglieder ersetzt werden. Immerhin konnten überall genügend Kandidatinnen und Kandidaten gefunden werden. Bei allen Gemeinderatswahlen sind im ersten Wahlgang auch nicht angemeldete Personen wählbar.

Die AZ hat die wichtigsten Abstimmungen und Wahlen der Regionen Aarau, Lenzburg und Wynental-Suhrental zusammengetragen.

In Buchs stehen zwei Sachabstimmungen an. Erstens das Budget 2019 mit einem Steuerfuss von 108 statt wie bisher 100 Prozent. Es sieht mit dem erhöhten Steuerfuss ein kleines Plus von 43'300 Franken vor. Das Volk hat dasselbe Budget im November mit 66 Prozent Nein abgelehnt. Der Gemeinderat schlug anschliessend 107 Prozent vor, der Einwohnerrat blieb jedoch beim ursprünglichen Budget. Die SVP ist dagegen, alle anderen Parteien stehen hinter Steuerfuss 108 Prozent.

Ausserdem stimmt Buchs über den Wiederbeitritt zum «Zukunftsraum Aarau» ab. Der Gemeinderat sowie die SVP und die FDP sind dagegen, die anderen Parteien grösstenteils dafür. Der Einwohnerrat hat den Bruttokredit (125'000 Franken) im vergangenen Oktober gesprochen, aber auf Antrag der FDP ein obligatorisches Referendum beschlossen.

Ebenfalls um ein Referendum geht es in Muhen. Die Gemeindeversammlung hat im November der Erweiterung des Fussballplatzes für 3,8 Mio. Franken mit grossem Mehr zugestimmt. Konkret geht es um die Vergrösserung des Spielfelds, die Verlegung der Färbergasse, den Ersatz des Naturrasens durch Kunstrasen und die Sanierung des Nebenplatzes. Gegen den Entscheid wurde das Referendum ergriffen, 600 Unterschriften kamen zusammen.

In Kirchleerau entscheiden die Stimmbürger am Sonntag, ob sie einer Steuerfusserhöhung von 118 auf 122 Prozent zustimmen wollen. Der Gemeinderat wollte ihn bei 118 belassen, weil er schon im letzten Jahr um sechs Prozentpunkte erhöht worden war. Auf Antrag der Finanzkommission stimmte die Gemeindeversammlung im November dann doch einer erneuten Erhöhung um vier Prozentpunkte zu. Gegen diesen Beschluss wurde allerdings das Referendum ergriffen.

Die Stimmbürger der neu fusionierten Gemeinde Reitnau müssen über ihre Gemeindeordnung abstimmen. Das dürfte mehr oder weniger Formsache sein; die Gemeindeversammlung hat schon Ja gesagt, die Verfassung muss aber obligatorisch an die Urne.

Abgeblasen ist der für kommenden Sonntag geplante Urnengang hingegen in Auenstein. Dort wäre ebenfalls eine Gemeindeordnungs-Änderung an die Urne gekommen. Eine – mittlerweile vom Kanton abgewiesene – Beschwerde gegen die Gemeindeversammlungs-Vorlage hat die Sache aber so weit verzögert, dass die Abstimmung nun erst im Mai über die Bühne gehen kann.

In Kölliken wird die Nachfolge von SP-Gemeinderat Steven Schneider (63) bestimmt, der aus beruflichen Gründen zurücktritt. Die beiden Kandidatinnen heissen Mirjam Bossard (47, EVP) und Claudia Sommerhalder (53, parteilos). Bossard arbeitet als Leiterin Finanzen der Gemeinde Moosleerau, Sommerhalder ist Geschäftsführerin eines Sanitärunternehmens.

Gleich zwei Gemeinderäte sind in Zetzwil zu ersetzen: Vizeammann Beat Heinzer (68, parteilos) und Gemeinderat Roger Stenz (36, parteilos). Für die Nachfolge treten zwei Männer und eine Frau an. Der Kandidat der EDU, Thomas Haller (51), ist Hochbaupolier mit eigener Baufirma. Edith Kyburz-Stepanek (37, parteilos) war ursprünglich in der Pflege und Betreuung tätig, arbeitet heute aber in der Gartenbaufirma ihres Mannes. Der dritte Kandidat heisst Roman Merz. Der 24-jährige Sozialdemokrat hat Multimedia-Elektroniker gelernt, macht derzeit Zivildienst und steht vor dem Physik-Studium an der ETH.

Drei Sitze, drei Kandidaten. Es könnte ein Tag ohne Verlierer werden in Leutwil. Lukas Spirgi (24, FDP), Brigitta Baumann (64, parteilos) und Rudolf Sturzenegger (75, parteilos) treten an, um Thomas Fehlmann, Simone Eggler und Vizeammann Rudolf Hirt zu beerben, die alle demissioniert haben. Sturzenegger will auch gleich Vizeammann werden. Spirgi ist Betriebswirtschaftsstudent und Teilzeit-Buchhalter, Baumann pensionierte Primarlehrerin, Sturzenegger pensionierter SBB-Manager und selbstständiger Unternehmensberater.

Nach dem Rücktritt von Priska Notter (parteilos, 49) haben sich zwei Personen für den freiwerdenden Gemeinderatssitz in Meisterschwanden gemeldet: Caroline Camenzind und Stefan Laib. Camenzind (43, FDP) ist gelernte Medizinische Praxisassistentin, heute Hausfrau und Mutter. Laib (parteilos, 52) ist Fischhändler und bewirtschaftet seine Immobilien.

Am Bezirksgericht Lenzburg wird die Nachfolge von Bezirksrichter Luca Cirigliano (37, SP) gewählt. Zur Wahl stellen sich Kathrin Eichenberger Bryner (57, SP) und Claudia Betsche (44, GLP). Betsche arbeitete schon als Gerichtsschreiberin und im Rechtsdienst eines Schweizer Grossunternehmens, momentan ist sie im Stab einer international tätigen Firma. Eichenberger Bryner ist Psychologin und führt eine Eheberatungsstelle, zuvor war sie Gesamtleiterin eines Justizheims für weibliche Jugendliche.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1