Theate
Buchserin inszeniert im stillgelegten Wasserreservoir

Petra Njezic (27) spielte bei einem speziellen Projekt eine zentrale Rolle.

Tijana Nikolic
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Im Wasserreservoir Petra Njezic (h.r.) mit ihren Kollegen vom «Kollektiv 20-14».

Im Wasserreservoir Petra Njezic (h.r.) mit ihren Kollegen vom «Kollektiv 20-14».

zvg

Ein ganzes Wasserreservoir als Bühnenbild und die Zuschauer mitten drin. Die freischaffende Künstlerin Petra Njezic aus Buchs hat in Wipkingen (Zürich) das Theaterstück «Unter Eis» mit dem Verein «Kollektiv 20-14» auf eine besondere Weise verwirklicht.

«Unter Eis» von Falk Richter, Theaterregisseur und Dramatiker aus Hamburg, ist ein Stück über Paul Niemand, gespielt im Monolog von Flavio Dal Molin. Er steht symbolisch für niemanden und für jeden. Er ist keine individualisierte Figur. Nur ein Synonym für jeden Menschen, dem vorgegeben wird, er hätte eine Wahl, sich dem System zu fügen oder nicht. Paul Niemand ist ein Symbol des verzweifelten Menschen der Menschlichkeit und Nähe sucht. Und die findet er – in seinen Gedanken.

«Der Mensch ist nie zufrieden»

Die freischaffende Künstlerin Petra Njezic aus Buchs hat dieses eindrückliche Stück zusammen mit dem Theaterverein «Kollektiv 20-14» bereits im Februar im stillgelegten Wasserreservoir in Wipkingen vor vollem Haus aufgeführt. Letztes Wochenende fanden drei weitere Vorstellungen statt. «Der Mensch ist nie zufrieden in seinem Dasein und versucht aus jeder Zeit, Epoche oder aus jedem System auszubrechen», sagt die 27-Jährige, die für das Konzept und das Bühnenbild von «Unter Eis» verantwortlich war. Es liege wohl in der Natur des Menschen, immer etwas Neues zu wollen. «Die Regisseurin und Produzentin Michèle Hirsig vom «Kollektiv 20-14» sprach mich im Oktober 2016 an, dieses Theaterprojekt im Anfangsstadium mit ihr zusammen zu realisieren. So begannen die ersten Gespräche und die Konzeptentwicklung.»

Location wurde zur Bühne

Njezic erklärt, alle Beteiligten seien sich von Anfang an einig gewesen, dass es für dieses Experiment einen alternativen Spielort brauche und so sei das Konzept mit dem Spielort zusammengewachsen. «Der Spielort verwandelte sich symbolisch zu einer Figur des Stücks und die ganze Location wurde zur Szenografie, was die Zuschauer auf die Probe stellte», erklärt Njezic, die an der Schule für Angewandte Kunst und Design in Rijeka (Kroatien) studierte. Das Wasserreservoir sei ein stillgelegtes Gebäude, eine Ruine ohne Heizung. Der Zuschauer taucht schon beim Betreten des Gebäudes in das Stück ein. «Der Vorstellungsraum selber, der ehemalige Maschinenraum des Wasserreservoirs, soll den Zuschauer in die Welt des Paul Niemand einschliessen ohne Möglichkeiten zum entfliehen», so Njezic. Das Publikum habe sehr positiv reagiert und sei fasziniert von den Wasserreservoiren, die man sich nach der Vorstellung noch ansehen konnte. «Im Sommer sind weitere Vorstellungen geplant, vielleicht sogar in Aarau», verrät Njezic.