Kreisschulstreit

Buchser Gemeinderat will Antworten: «Wir möchten wissen, was die Kreisschulpflege tut.»

Luftaufnahme Buchs, entstanden ca. 2012, Industriegebäude im Torfeld Süd und Bavaria stehen noch.

Luftaufnahme Buchs, entstanden ca. 2012, Industriegebäude im Torfeld Süd und Bavaria stehen noch.

Der Kreisschulrat Buchs-Rohr hat am Donnerstag die Rechnung 2016 einstimmig genehmigt. Es gab aber auch kritische Töne.

Die Rechnung 2016 schliesst mit einer «Punktlandung», wie der zuständige Kreisschulpfleger Boris Meyer berichtete. Der Nettoaufwand (inklusive Personalkosten) liegt mit 17,266 Mio. Franken nur 0,18 Prozent über dem Budget. «Bei den Betriebskosten – also den Kosten, die wir direkt beeinflussen können – haben wir das Budget sogar um 4,6 Prozent unterschritten. Das zeigt, dass Schulleitungen und Lehrpersonen gut wirtschaften.» Konkret betragen hier die Einsparungen gegenüber dem Budget rund 215 400 Franken. Hauptgründe dafür sind laut Thomas Merkhofer, Bereichsleiter Administration, erstens die Erhöhung der Schulgeldtarife für externe Schüler, zweitens Mehreinnahmen beim Mittagstisch und drittens Einsparungen durch eine Vakanz bei der Schulsozialarbeit. Beim Personalaufwand, der durch den Kanton vorgegeben ist, ergab sich gegenüber dem Budget ein Mehraufwand von 4,56 Prozent (232 679 Franken). Insgesamt ist aus der Rechnung ersichtlich, dass die in den letzten zwei Jahren eingeleiteten Sparmassnahmen Wirkung zeigen.

«Bewusste Provokation»?

Der Buchser Gemeinderat Anton Kleiber, von Amtes wegen Mitglied des Kreisschulrats, forderte von der Kreisschulpflege Antworten zu Vorkommnissen im Zusammenhang mit der bevorstehenden Abstimmung über eine Kreisschule Aarau-Buchs. «An mindestens zwei Infoveranstaltungen berichteten Eltern, dass Lehrer ihren Kindern gesagt hätten, sie sollten die Eltern dazu anhalten, Nein zu stimmen», sagte Kleiber. Auch sei der Gemeinderat darauf hingewiesen worden, dass mindestens eine Lehrperson das Gerücht in die Welt gesetzt habe, dass aus Spargründen auf das Jugendfest oder den «Happy Day» verzichtet werde – was nicht stimmt. Weiter hätten interne Mails den Weg an die Öffentlichkeit gefunden. Zudem habe sich die Kreisschulpflege öffentlich für ein Ja zur Schulfusion ausgesprochen – wieso dann auf dem Schulareal des Stäpflischulhauses (im Besitz der Kreisschule) Plakate des Nein-Komitees geduldet würden? Kleiber schilderte auch, dass der Kreisschulrat an eine Schul-Vernissage zum Thema «Augenpaare» eingeladen worden war – die Schulleitung habe jedoch darum gebeten, am Anlass nicht über Politik zu sprechen. «Die meisten abgebildeten Augenpaare wurden von Kindern gezeichnet. Doch zwei weitere waren die des Büsi-Plakats und des Stadtadler-Plakats, die beide von der Kreisschul-Gegnerschaft stammen», führte Kleiber aus. «Das empfinde ich als hochproblematische, bewusste Provokation.» Der Gemeinderat Buchs wolle Antworten. «Wir können der Kreisschulpflege nicht vorschreiben, wie sie in der Sache vorzugehen hat. Aber wir möchten wissen, was sie tut.» Kreisschulpflegepräsident Ueli Frey verzichtete darauf, die Anfrage noch in der Sitzung zu beantworten. Er stellte eine schriftliche Beantwortung in Aussicht und sagte nur so viel: «Es wird Konsequenzen geben.»

Ausserordentliche Ratssitzung

Am 29. Juni hält der Kreisschulrat eine ausserordentliche Sitzung ab. Dies, weil ein Zusatzkredit für den Neubau des Schulhauses Risiacher nötig wird. Der Kreisschulrat hatte im vergangenen Dezember bereits einen Wettbewerbskredit über 360 000 Franken für einen offenen, zweistufigen Architekturwettbewerb beschlossen. Die vorbereitende Kommission ist nun aber zum Schluss gekommen, dass es sinnvoller ist, das Projekt als Gesamtleistungswettbewerb auszuschreiben. Dies benötigt aber aufwendigere Vorabklärungen, weshalb die 360 000 Franken nicht ausreichen.

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