Nach 10-jährigem Kampf werden Göhnhard/Goldern dichtgemacht. Konkret dürfen einige Strassen nur noch von Anwohnern oder Zubringern befahren werden, was einem Fahrverbot für den Durchgangsverkehr (etwa 30 Prozent des Verkehrsaufkommens) gleichkommt. Ähnliches gilt im Zelgli-Quartier schon seit 2003.

Mit der Umsetzung des Teilfahrverbots Gönhard/Goldern geht ein langer Rechtsstreit zu Ende. Schon vor zehn Jahren baten Gönhard-Anwohner und vor allem der Quartierverein, die Stadt möge etwas gegen den Schleichverkehr unternehmen. 2011 forderte das Bundesgericht im Zusammenhang mit einem Lärmschutzprojekt den Stadtrat nochmals ultimativ zum Handeln auf. Der Stadtrat präsentierte daraufhin eine grossräumige Teilfahrverbots-Lösung für die Quartiere zwischen Entfelderstrasse und Tramstrasse – die übrigens auch von einem Stadion-Einsprecher gefordert wurde.

Der Stadtrat hat die Fahrverbote im April 2015 verfügt. Gemäss diesem Beschluss sollte die Teilverbotszone nach Umsetzung von Verkehrsmanagement-Sofortmassnahmen, aber spätestens ein Jahr nach Inbetriebnahme der Verbindungsspange Buchs-Nord, implementiert werden. Bei den flankierenden Sofortmassnahmen handelt es sich um eine Lichtsignalanlage bei der Bavaria und beim Kreisel Gais – beide mit dem Verkehrsmanagementsystem der Region Aarau gekoppelt – sowie eine provisorische Busspur auf der Tramstrasse stadteinwärts (im alten WSB-Trassee).

Die roten Strassen sind ab 1. Januar 2019 nur noch für den Zubringer-Verkehr offen.

Die roten Strassen sind ab 1. Januar 2019 nur noch für den Zubringer-Verkehr offen.

Buchs hat Einsprache eingelegt

Die Verbindungsspange ist zwar seit Ende 2015 offen. Doch Einsprachen haben das Fahrverbot verzögert. Bei der öffentlichen Auflage gingen neun Einsprachen ein. Eine davon von der Gemeinde Buchs. «Das Fahrverbot hat gravierende Auswirkungen auf die Gemeinde», sagte damals Vizeammann Hansruedi Werder. Namentlich auf das kommunale Strassennetz. Es waren denn auch die Buchser, die sich als Einzige bei den Einspracheverhandlungen nicht überzeugen liessen und beim Kanton Beschwerde einreichten. Das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) hat nun entschieden – und Buchs abgewiesen.

«Das BVU geht mit dem Stadtrat einig», sagt der Aarauer Verkehrsminister Werner Schib. «Der Schutz der Anwohner in den betroffenen Quartieren vor übermässigem Durchgangsverkehr ist höher zu gewichten als die kleinen Nachteile, die der einzelne Verkehrsteilnehmer hat.»

Zwar anerkennt das BVU, dass das Teilfahrverbot negative Auswirkungen auf das Gemeindegebiet Buchs haben wird, dass auf dem übergeordneten Strassennetz Mehrverkehr entstehen und es zwangsläufig zu längeren Staus während der Spitzenzeiten kommen werde. Und auch, dass die Sofortmassnahme «provisorische Busspur» nicht realisiert wurde. Darauf könne man aber aus Kostengründen mittlerweile verzichten, weil eine definitive Busspur bereits ab etwa 2021 gebaut wird. Darüber ist auch Aarau nicht unfroh, gibt Vizestadtpräsident Werner Schib zu verstehen, hätte die Stadt doch die mehreren hunderttausend Franken für die provisorische Busspur selber zahlen müssen.

Kritik am Kanton

Die Gemeinde Buchs hätte den Entscheid ans Verwaltungsgericht weiterziehen können, verzichtete jedoch darauf. «Mittlerweile ist unsere Forderung nach dem Ausbau respektive Neugestaltung der Tramstrasse beim Kanton so weit fortgeschritten, dass es nur noch um den Zeitpunkt der Umsetzung – etwas früher oder später – gegangen ist», sagt Ammann Urs Affolter. Dieser Ausbau mit einer Busspur auf der Tramstrasse sowie der Buchserstrasse soll im Herbst 2019 öffentlich aufliegen. «Aus Buchser Sicht wäre früher natürlich besser gewesen», sagt Affolter weiter. Es sei «nach wie vor nicht nachvollziehbar», weshalb der Kanton die eigenen Projekte – die derzeit laufende Erstellung einer Lärmschutzwand sowie der geplante grosse Ausbau – nicht besser aufeinander abstimme.

Signalisation kommt demnächst

Nachdem Buchs auf einen Weiterzug verzichtet hat, ist der Entscheid nun seit vier Wochen rechtskräftig. Publik wird er erst jetzt. Man habe bisher nicht kommuniziert, weil noch nicht klar gewesen sei, ob es mit der Umsetzung per 1. 1. 19 klappe, so Werner Schib. Es mussten neue Verkehrstafeln bestellt werden. Ausserdem hat die Stadt geprüft, ob eine erneute Ausschreibung notwendig ist (und kam zum Schluss, dass es keine braucht).

Ein Teilfahrverbot Gönhard hat Auswirkungen auf die Hintere Bahnhofstrasse, die Knoten Gais und Rosengarten sowie die übergeordneten Kantonsstrassen Tramstrasse und Entfelderstrasse. Was erwartet der Aarauer Verkehrsminister? «Ich gehe nicht davon aus, dass man es auf den Hauptverkehrsachsen gross spürt», sagt Werner Schib.

Bezüglich Buchserstrasse gibt es eine Prognose: Man rechnet damit, dass der Stau stadteinwärts in den Abend-Spitzenstunden 200 bis 300 Meter früher beginnt, weil etwa 30 bis 50 Fahrzeuge zusätzlich die Strecke befahren wollen. «Es herrscht sowieso dichter Verkehr, der sich im Schritttempo bewegt, da machen die zusätzlichen Fahrzeuge nicht viel aus.»