Buchs/Suhr

Buchser Dampf für Emmi rückt näher

Durch die Platzerweiterung um 3000 Quadratmeter können neu bis zu 20'000 Ballen bzw. 10'000 Tonnen Kehricht zwischengelagert werden.

Durch die Platzerweiterung um 3000 Quadratmeter können neu bis zu 20'000 Ballen bzw. 10'000 Tonnen Kehricht zwischengelagert werden.

Bei der Kehrichtverbrennungsanlage Buchs hegt man grosse Pläne, um die Region mit Energie zu versorgen.

In der Kehrichtverbrennungsanlage Buchs (KVA) wird ein Teil der Kehrichtenergie seit 1984 in Form von Dampf (ca. 65 Millionen Kilowattstunden pro Jahr) an die Fernwärme Wynenfeld AG (Fewag) abgegeben. Für die Versorgung der Fewag wird Dampf mit 22 bar und 280°C ins Fernwärmenetz eingespeist. Die Fewag liefert den Dampf an verschiedene Industriebetriebe und ans Kantonsspital Aarau (KSA). Im Juli dieses Jahres wurde kommuniziert, dass der Grundsatzentscheid für die Verlängerung der bestehenden Leitung von der Bernstrasse Ost (Möbel Pfister) bis zum Milchverarbeitungsbetrieb der Mittelland Molkerei gefallen sei.

Basis für den Entscheid war eine 2016 in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie, die ergeben hat, dass eine Versorgung der Mittelland-Molkerei grundsätzlich möglich ist. Die Kosten für die 2,1 Kilometer lange Leitung, die im Wesentlichen auf der Südseite der Bahnlinie folgt und die Gränicherstrasse beim Henz-Areal unterquert, werden auf etwa 7,2 Mio. Franken geschätzt.

So viel Strom wird verkauft

Wie Rolf Schumacher, Fewag-Geschäftsführer und Leiter Technik der KVA Buchs, an der 102. Abgeordnetenversammlung des Gemeindeverbandes für Kehrichtbeseitigung Region Aarau- Lenzburg (Gekal) am Mittwochabend in Boniswil ausführte, sieht der mit der Mittelland-Molkerei abgeschlossene Vertrag vor, dass die Fewag diese 29'600 Kilowattstunden pro Jahr verkauft. Die Gekal ist mit 60 Prozent an der Fewag beteiligt. Je 20 Prozent halten die Eniwa AG und die Technischen Betriebe Suhr respektive die TBS Strom AG.

5000 Tonnen CO2 weniger

Zurzeit verwendet die der Emmi Gruppe gehörende Mittelland-Molkerei Erdgas, um Dampf für die Milchverarbeitung zu produzieren. Dabei fallen jährlich rund 6500 Tonnen CO2an. 80 Prozent des benötigten Dampfs, so Schumacher, könnte die Fewag über die geplante unterirdische Leitung liefern.

Dass es nicht für 100 Prozent reicht, liegt unter anderem daran, dass die Dampfproduktion in der KVA Buchs hin und wieder abgestellt werden muss. Immerhin lässt sich so, wie Rolf Schumacher ausführte, der Ausstoss von rund 5000 Tonnen CO2 vermeiden.

Baugesuch Ende Januar

Was den Terminplan angeht, sagte Schumacher vor den Gekal-Abgeordneten, dass derzeit beim Kanton die bewilligungstechnischen Abklärungen im Gang seien. Vorgesehen sei sodann, Ende Januar das Baubewilligungsgesuch einzureichen. Im Frühjahr soll der definitive Entscheid, ob die Leitung gebaut werden soll, anhand der dannzumal im Detail bekannten Kosten gefällt werden. Bis Ende 2019 würde bei einem positiven Entscheid das Ausschreibungsverfahren dauern. Gebaut würde dann, wie Schumacher sagte, ab Anfang 2020 – mit dem ehrgeizigen Ziel, der Mittelland-Molkerei AG ab Herbst 2020 Dampf zu liefern.

Von Buchs bis Oberentfelden

Bei der Fewag existieren aber auch schon weitergehende Pläne. Im Vordergrund steht bei den diesbezüglichen Überlegungen nach Schumachers Angaben ein Leitungsausbau zu weiteren Abnehmern im Gebiet Suhr Süd, ja selbst in Oberentfelden, aber auch im Raum Buchs-Rohr. In letzterem Fall geht es insbesondere um die Versorgung des Risiacher-Schulhauses, das neu gebaut werden muss, mit Heisswasser (der Kredit für den Schulhaus-Neubau kommt im Dezember in den Einwohnerrat). «Die Energie für all das hätten wir», sagte Rolf Schumacher in Boniswil. «Wir sind dran.»

Ballenlager wird vergrössert

Ausserdem will die Kehrichtverbrennungsanlage mehr Platz schaffen für die Zwischenlagerung der angelieferten Abfälle: Trockenes Sperrgut aus dem Baugewerbe, das im Sommerhalbjahr vermehrt anfällt, wird geschreddert und zu Ballen gepresst. Im Winterhalbjahr werden diese verbrannt. Geplant ist nun, das Ballenlager zu vergrössern. «Durch die Platzerweiterung um 3000 Quadratmeter können neu bis zu 20'000 Ballen bzw. 10'000 Tonnen Kehricht zwischengelagert werden», heisst es in einer Mitteilung. «Die zusätzliche Fläche dient zudem als Reserve für künftige Projekte der KVA.»

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