Buchs/Aarau
Dauerregen: Schwappen jetzt dann die Bäche und Flüsse über?

Der Juli trat in die Fussstapfen des Rekordmonates Juni. Der Himmel tropft, die Badis sind leer und die Flüsse voll.

Urs Helbling
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Auch der Juli startete in diesem Jahr regnerisch.

Auch der Juli startete in diesem Jahr regnerisch.

Isabel Pa / Moment Open

Haben Sie den Eindruck, dieser Sommer gehe baden? Und machen Sie sich Sorgen, es könnte allenfalls zu grösseren Überschwemmungen kommen? Sie liegen damit nicht falsch – und Entspannung in Form einer langen Trockenheit ist nicht in Sicht. Bei der automatischen Messstation Buchs/Aarau von MeteoSchweiz wurden im Juni so viele Regenfälle gemessen wie noch nie in den letzten zehn Jahren. Insgesamt 276,7 Millimeter. Im Juni 2016 fiel am zweitmeisten Niederschlag: 180,1 Millimeter – etwa ein Drittel weniger als im letzten Monat. Im Juni 2019 waren es 49,7 Millimeter – über fünf Mal weniger. In der Schweiz herrschte damals fast schon ein Sahara-Gefühl. Auch, weil die Durchschnittstemperatur mit 19,7 Grad am oberen Ende der Bandbreit lag.

Jetzt ist der Juli in die Fusstapfen des Junis getreten: Auch am Mittwoch fielen wieder 17,1 Millimeter Regen. Und am Vortag waren es mit 27,2 Millimetern sogar noch mehr. Zur Erinnerung: Letztes Jahr waren es im ganzen Juli nur 29,2 Millimeter – also fast gleich viel wie jetzt an einem Tag (Dienstag).

Wenn es so viel schüttet, sind die Badis leer und die Flüsse voll: Droht eines der gefürchteten Sommer-Hochwasser, wie wir es im Aargau etwa im Jahr 2007 hatten, als das Eidgenössische Schwingfest in Aarau vorübergehend in Gefahr war?

Die Badis bleiben vorerst leer.

Die Badis bleiben vorerst leer.

Britta Gut

Nimmt man die Aare zum Massstab, flossen im August 2007 bis zu 1262 Kubikmeter Wasser pro Sekunde bei der Messstelle Murgenthal vorbei. Am Mittwochabend waren es auch schon über 650 Kubikmeter. Verglichen mit dem Maximalwert von 2007 relativ wenig, aber die Tendenz ist steigend und für die nächsten Tage wird das Erreichen der Gefahrenstufe 2 erwartet. Es wäre also schön, wenn das Wetter schön wäre, und das Wasser aus dem Aargau abfliessen könnte, ohne dass es ständig Nachschub gibt.

Betrachtet man die letzten zwei Wochen an einem Bach wie der Suhre, ist der Donnerstag, 24. Juni, ungeschlagen: Damals schnellte der Abfluss auf 36,4 Kubikmeter pro Sekunde hoch (Gefahrenstufe 4). An diesem Mittwoch waren es maximal 12 Kubikmeter – also deutlich weniger, aber immer noch klar mehr als das langjährige Mittel (2,6 Kubik).